Knoten

Drei lange Monate konnte ich nichts schreiben.
Haben mein Leben aufgeräumt und geordnet.
Jetzt sprechen die Gedanken und Gefühle wieder mit mir.
Ich lausche, ich verinnerliche.
Ich träume wieder deutlich.
Ich kann wieder dankbar sein.
Verbunden.

SPINNEN

Spinnenfinger.
Krabbeln über deine Haut.
Berühren sie dich?
Fassen sie dich?
Nein, sie krabbel nur.
Auf dir.
In dich
nicht.

WAHRNEHMEN

Gesund ist, wenn es gelingt, achtsames Wahrnehmen und gleichzeitiges Fernhalten Eins sein zu lässen. Und zwar dann, wenn es angebracht, also gesund und heilend, für den Wahrnehmenden ist.

TRAUMSUHLEN

Bewegte Nacht.
Nicht, nein, - noch nicht wach werden.
Muss noch festhalten, was ich fühlte.
Will noch riechen, was ich roch.
Mag noch eintauchen.
Weiterträumen.
Der Morgen naht.

IMPOTENT

Emotional
impotente
Menschen
sind
schlecht
zum
Liebhaben.

HAXE

Frau Limbach aß die erste Schweinehaxe ihres Lebens.
Sie teilte sie mit dem Hund, - um genau zu sein.
Wieso so spät im Leben die erste Haxe?
Der Anblick, der Duft, beim Einkaufen hatte sie erinnert.....
An den ehemaligen Limbach, der nun weit weg seine Haxen aß.
Satt war sie schnell. Geschmeckt hat es ihr nicht.
Es war mehr, als sie vertragen konnte. Überall.
Trotzdem hätte sie die Haxe gerne mit Limbach gegessen.
Mit dem Hund zu teilen ist ja allemal besser,
als allein zu essen.

HEUTE

Heute fühle ich den nahenden Herbst.
Erntezeit.

METALL

Wenn das Leben von mir erwarten würde,
dass ich mich verbiegen kann,
dann wäre ich ein Stück Draht geworden.
Aber dazu taugen meine Gene nicht.

PLÖTZLICH

Plötzlich.
Tiefes Aufatmen.
Große Erleicherung.
Weitgehende Befreiung.
Reiche Zukunft.
Annahme.

WIR

Du und ich. Wir beide.
Sind wir so? Ja, wir sind so!
Ich sehe es. Du siehst es.
Du weinst, wenn ich es dir zeige
Ich atme auf, wenn du es annimmst.
Weich. Still. Endlich.
Du sagst: Ja, - aber....
Ich antworte: Stimmt, - nur....
Weich ich. Still auch. Darf ich.
Der Alte sagt: Es geht, - fragt mich.
Ich danke ihm für seine Liebe, und schick sie dir.
Du fühlst sie und sagst: Ja, ich will auch.
Ich fühl sie und sage: Ja, für dich, und für mich will ich.
Ändern.
Er. Ist.
Fels in der Brandung.
Der Alte fühlt mit ihm, ist für ihn.
Genome sprechen ihre Sprache und wollen doch
aufhören
durchbrechen
wandeln
freien
sein
Können wir, wenn wir wollen?
Ja.
Wie, fragst du? Nicht wichtig, sag ich.
Jetzt.
Wollen ist wichtig.
Wege finden sich.
Weil wir wollen.

EINARMIG

Sie weint.
Da nimmt er sie in den Arm.
In DEN Arm.
Er hält sie mit ihm umfasst.
Die andere Hand,
mit dem Arm daran,
bleibt in der Hosentasche.
So berührt er sie nicht.
Nirgends.

SELBSTKRITIK

Der Grat zwischen Selbstkritik und Selbsterniedrigung ist sehr schmal. Das ist bei Selbstkritik gern so: Man verwechselt Selbstkritik mit Selbsterniedrigung und -kaputtmachen. Da gilt es wachsam zu sein, um den kleinen, feinen Wechsel vom Förderlichen zum Zerstörerischen wahrzunehmen.

LICHT

Selbst in den schwierigsten Momenten des Lebens ist es in uns allen.
Auch in den Menschen, die, wie alle, ab und zu einen Fehler machen.
Verlier das Licht nicht aus den Augen, das aus deinem Herzen kommt.

STERNSCHNUPPENNACHT

Unten, im Spiegel des nächtlichen Sees,
neben den schwarzen Flecken der Berge
und den Kreisen der hüpfenden Fische,
und den wenigen Lichtern der Häuser,
sah ich Sternschnuppen regnen
und wünschte mir wieder
und wieder
und wieder
und wieder
Das Gleiche wie seit Jahren.
Bei vielen Sternschnuppen,
beim Sternewerfen zum Jahreswechsel,
und bei vielen anderen Gelegenheiten.
Vielleicht sollte ich langsam mal den Wunsch wechseln?
Ich habe aber nur einen.

TÜR

Der Weg
ins Freie
führt durch
eine Tür.
Warum
nimmt du
diese Tür
nicht einfach?

KETTEN

Ketten von Ereignissen, vor unendlicher Zeit geboren, bewegen sich Schritt für Schritt zwingend aufeinander zu. Der Begegnungspunkt wird von manchen unaufmerksamen Menschen Zufall genannt. Die Genauigkeit unserer Beobachtung und die Höhe unseres Standpunkts führt zum Überblick. Aus höchster Höhe ist es möglich, die Rundungen des Horizonts zu sehen und die Täler hinter den fernsten Bergen zu erkennen. In diesen Tälern finden Ereignisse statt, die das Leben in unser eigenes Tal schickt. Es gilt, wachsam zu sein, um nicht überrascht zu werden. Es gilt, Ahnungen zu Gewissheiten werden zu lassen. Dann wird der Zufall zur Absicht des Schicksals.

WIND

Wie ein kalter Wind
riefst du dein Leben
durch mein Land.
Sei Wind in meinen Räumen.
Geh ein und aus.
Verändre dich und nichts.
Denn ich will stärker atmen
und jede Zeit beschränken,
die dich verletzt.
Sei ruhig frohgemut,
wenn ich zärtlich
deinen Namen nenne
und lass die Wolken steigen

WELTENSEELE

Wenn du
etwas
aus
tiefstem Herzen
wünscht,
bist du der
Weltenseele
am nächsten.
Sie ist eine stets
starke und positive
Kraft.
Wer lernt,
dass die Welt
eine Seele besitzt,
und wer
diese Seele
versteht,
wird die
Sprache der Dinge
verstehen.
Die Weltenseele
besitzt
keine Zeiten, -
sie ist.
Keine Vergangenheit,
keine Gegenwart.
In der Stille
des Jetzt
kannst du
ihre Stimme
hören.

ENTSCHEIDUNG

Entscheidungen sind oft nur der Beginn von etwas ganz Neuem, ja sogar Fremdem. Nur die kleine Weichenstellung eines Ja oder Nein, eines "Ich will" oder "Ich will nicht" lädt Möglichkeiten ein, sich zu realisieren. Entscheidungen sind nur der Anfang von etwas.
Als er seinen Entschluss gefasst hatte, tauchte er ein in eine gewaltige Strömung, die ihn mit sich riss zu einem Ort, den er sich im Moment seiner Entscheidung nicht einmal erträumt hatte. Es ereigneten sich Dinge, die er nicht einmal in den Bereich seiner eigenen Möglichkeiten gezogen hatte und er entdeckte an sich Fähigkeiten, die er niemals vermutet hatte.
Niemand muss das Unbekannte fürchten, weil jeder Mensch das erreichen kann, was er will und was er braucht. Wenn er in der Lage ist Entscheidungen zu treffen.
Wir fürchten uns lediglich vor dem Verlust dessen, was wir besitzen, wir fürchten um unser Leben oder die Felder, die wir bestellt haben. Wir haben Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Aber diese Angst vergeht, wenn wir begreifen, dass unsere Geschichte und die Geschichte der Erde von der selben Hand geschrieben wurden.
Eine Entscheidung für das, was man wirklich will, bewegt das ganze Universium dazu, mitzuwirken an der Verwirklichung dieses Traums.

DARUM

Ich…
... schreibe dir
… spreche mit dir
… schweige mit dir
… warte auf dich
… erkläre mir dich
… zügle mich
… entschuldige dich
… verzeihe mir mich
… und tue vieles mehr
weil ich dich liebe.

DER MOMENT

Meine Lippen
konnten sich nicht
zwischen
Schweigen und Lächeln
entscheiden.
So bewegten sich nur
Augenpaare
und begannen den
Dialog für Sekunden.
Funken sprühendes
Stillegespräch
durch den
Wasserspiegel.

WEGZEHRUNG

FREMDSCHÄMEN II

Kennst du das Gefühl, wenn das Herz kurz stehen bleibt, dann das Adrenalin in den Adern rauscht, der Puls im Ohr dröhnt, die Knie weich werden und das Denken völlig aussetzt?

SCHWEIGEN

Das miteinander Schweigen
in unterschiedlichen Sprachen
ist mir
viel schmerzhafter als
das umeinander Schreien

SCHMERZEN

Schmerzen sind ein Geschenk, das das Leben uns machen kann. Die Schmerzen, die entstehen, wenn man vom Leben dazu gezwungen wird, einen Fehler nicht weiter zu begehen, sind besonders hart, weil man dann oft noch nicht zur Einsicht gelangt ist. Jede Trennung schmerzt, auch die von unseren Fehlern. Aber was gibt es schöneres, als das Ende einer Täuschung? Also: Freu dich!

UNSICHTBAR


SEELE

Meine Seele ist wie ein
gefangenes wildes Pferd.
Es geht jetzt darum,
sie wieder frei zu lassen.

WORT

Das Wort ist eines seiner beliebstesten Mittel sich zu zeigen.
Das Wort ist der in Schwingungen verwandelte Gedanke.
Gesprochenes ist ein in die Luft entlassener Gedanke,
der zuvor nicht mehr als reine Energie war.
Worte haben Kraft, - viel mehr Kraft als alle Rituale.
Sei vorsichtig mit dem was du sagst. Sei vorsichtig.

UNGLÜCK

Der Mensch, den das Unglück eines anderen gleichgültig lässt,
ist am allerunglücklichsten und verdient jede Nachsicht.

FÜNFSTERNEKLAUSUR

Es ist keine Kunst, im Kloster zu sich selbst zu finden. Oder in einer stillen Höhle, oder im einsamen Wald. Man wäre so schön allein, in einer romantischen Welt. In so einer Fünfsterneklausur findet wahre Selbstbegegnung kaum statt, denn die gewohnten Reize werden nur ausgetauscht gegen den seltenen Anblick eines betenden Klosterbruders, das Geräusch tropfenden Höhlenwassers oder das Zwitschern der Waldbewohner. All das ist wunderschön, aber es zieht den Blick nach außen. Lass das! Alles scheint verklärt, sogar du selbst in dieser Umgebung. Stille, Eingekehr in dich selbst kann geschehen in deinen Keller, in deinem Schafzimmer. Verbinde dir die Augen. Verschließe dir die Ohren. Sei bei dir. Allein. Das reicht. Mehr brauchst du nicht. Wieder und wieder, solange bist du dein inneres Wesen sehen und hören kannst.

DAS GUTE

Die Kraft des Guten verteilt sich wie Licht.

HERZENSSTIMME

Menschenherzen klagen gerne, denn sie sind so. Sie haben Angst davor, sich ihre Wünsche zu erfüllen. Oft denken sie, sie haben es nicht verdient, ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Manchmal sind sie auch nur sicher, dass sie sie ohnehin nicht erreichen könnten und versuchen es erst garnicht. Herzen sterben fast vor Angst bei dem Gedanken, dass ihre Lieben sie für immer verlassen, dass Momente, die gut hätten sein können, es nicht waren und dass Schätze, die entdeckt werden könnten, immer versteckt bleiben. Nur wenige mutige Herzen fürchten sich nicht vor dem Leiden. Meist geschieht dies, weil sie merken, dass die Vorstellung und die Angst vor dem Leiden schlimmer sind, als das eigentliche Leid. Es hat noch kein Herz gelitten, als es such aufmachte, seine Träume zu erfüllen. Traumerfüllungsherzen jubeln, - sehr laut oder sehr leise. Aber immer spürbar.

LERNEN

Ist Handeln nicht die einzige Möglichkeit zu lernen?

SPRACHE

Es gibt in dieser Welt eine universelle Sprache. Eine Sprache, die jeder versteht und die all jene benutzen, die mit ihrer Hilfe ihre Ziele erreichen wollen. Es ist die Sprache der Begeisterung, des Einsatzes, der Hingabe und der Liebe für Dinge, an die man glaubt oder die man sich wünscht. Diese Sprache findet sich nicht in Büchern oder Schriften. Diese Sprache wird aus aktivem Leben vermittelt. Menschen lassen sich leider allzu leicht von Bildern und Büchern faszinieren und vergessen dabei, auf die Sprache der Welt zu achten. So verlernen sie immer mehr zu hören.

KÜHN

Kühne Entwürfe
scheudern sich
ins All

FRAUEN

So war sie auch einmal gewesen: Auf der Suche nach dem Sinn in allem und mit der Fähigkeit, die Welt mit dem Blick der Frauen von einst wahrzunehmen, die stark und vertrauensvoll waren und nichts dabei fanden Macht zu haben und in ihrem Familien zu herrschen. Sie kannte ihre Aufgabe, ebenso wie diese früheren Frauen und nahm sie dankbar an.
Der Mann hat den Boden bestellt, die Frau bringt die Saat. So lernen die beiden die Geheimnisse des Lebens. Etwas zu lernen bedeutet mit einer Welt in Verbindung zu treten, von der man bis dahin keinerlei Vorstellungen hat. Neugier und Demut verlangt das Lernen.

VERGEBLICH

Es schmerzt enorm die alten Zeilen vom Winter zu lesen. Jetzt, viele Monate später. Jetzt, wo sich zeigte, dass all mein Zweifel berechtigt war. Es ist hart, es ist schwer, zu erkennen, wie Recht ich hatte, als ich mich so gerne irren wollte. Meine Liebe machte mich nicht blind, ganz im Gegenteil. Sie machte mich überdeutlich sehend. Ich hoffte auf die Zeit und wartete. Vergeblich.

LÄCHELN



Du hast mich so laut angelächelt, dass meine Herzkammern
flimmerten.

CHANCEN

Viele Ehen scheitern. Trennungen sind im Leben der Menschen an der Tagesordnung. Man vollzieht sie und geht oft zur Tagesordnung über. In jeder Trennung liegt aber auch die Chance auf einen Neubeginn mit sich selbst. Steigende Scheidungsraten ermöglichen einen großen Wandel. Menschen bleiben nicht mehr zusammen, weil sie es müssen. Darin liegt die Chance für seelisches Wachstum. Das Zusammenbleiben war früher oft eine Konsequenz aus materialler Not (und ist es heute noch manchmal). Nach Trennungen kommt oft die Phase des bindungsunfähigen Einzelgänger. In dieser Phase bleiben viele stecken und für andere ist es nur ein notwendiger Übergang. Die Menschen, die niemanden mehr existenziell brauchen, haben die Chance, eine Wahlfamilie zu suchen, die ihrer eigenen Natur und ihren Bedürfnissen entspricht. Dazu müssen sie diese kennen und das ist in dem Zwischenstadium Einzelgänger sehr gut möglich. Wenn sie die Chance nutzen und nicht faul werden.

TRAGIK

Nacht für Nacht
liegen Millionen und Abermillionen nackte Körper aufeinander.
Die Körper bewegen und berühren sich.
Die Seelen bleiben allein.
"Ich liebe dich, ich braucht dich, ich will dich..."
Wenn man weiß, wer da spricht, kann das wahr sein.
Es spricht das Ich, - die Seele schweigt dazu.
Das Ich behauptet, - das wahre Wesen trauert dazu.
Das Tragische daran ist, dass die allermeisten Menschen das nicht einmal wissen.

SELBSTVERANTWORTUNG

Ab einem gewissen Zeitpunkt sind wir für uns selbst verantwortlich. Der Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn wir erkennen, dass es diesen Zeitpunkt gibt. AB diesem Moment gibt es keine Ausrede mehr, ist kein Zögern mehr erlaubt, nur ein kurzer Moment des Jammerns. Ab dem nächsten Moment wäre es eine unendschuldbare Faulheit, nicht aufzustehen und mit dem Wegräumen der Trümmer aus der Vorzeit zu beginnen. Jeder Mensch, der den Umweg des Schmerzes beging, kann das störende Korsett mit einem Hieb aufspengen.

SCHMERZ

Im größten Schmerz erlebt die Seele ihre Geburt.
Sie befreit sich aus der Enge der absichernden Persönlichkeit
und tut einen tiefen Lebensatemzug.

PFERD

Gellendes Wiehern.
Verschreckte Augen
blinzeln ins
Gittermuster
des
Lichts.
Atmen zurück
in den Schlaf.

ANTWORT

Dein Schicksal liegt in deiner Hand.
Wenn dir jemand sagt, es liege in Gottes Hand,
dann will er vielleicht genau das damit sagen.

DORT


Dort ist nicht besser als Hier. Wenn dein Dort zu deinem Hier wird, wird es ein anderes Dort geben, das dich lockt.

TORE

Wenn du in deinem Herzen Tore öffnest,
verändert sich die Welt um dich herum.
Die Welt, wie sie sich dir offenbart,
ist der Spiegel deines Seins.

LEHRER

Das Leben ist ein universeller Lehrer.
Es ist dein ganz persönlicher Lehrer.
Jede Begegnung, sei es mit einem Menschen,
einem Gedanken, einem Glück oder einem Stein,
wird dich lehren, wenn du offen bist dafür.

MUTTERLIEBE

Frau, du, ich, wir.
Keine Angst.
Weich nicht aus, du hast eine Aufgabe,
"Du sagtest doch, du seiest aller Nöte bloß,
wenn du ins Antlitz eines Kindes blickst.
So laß dein Kind mich sein."

So bat er dich und sie, wie viele Söhne um ihre Mütter baten.
Flehten.
Annehmen, Dasein, Umarmen, Bewahren, Schützen.
Können wir das? Wirklich?

HIMMEL

Ein Dom aus reinstem Ultramarin. Transparenter Himmel mit Wolkenmeer, dessen bizarre Formationen kleine weiße Gebirge mit gestochen scharfen Rändern zaubern rufen den Eindruck vollkommener Stille hervor. Sich daraus fallen zu lassen, ist reinstes Vergnügen.

GEGENWARTSLICHT

Früher hatte ich noch keine Worte für dieses Licht und diese Farben. Der Raum bekam dadurch eine verhüllte Tiefe, eine Tiefe, die etwas versprach. Diese Farben waren in mich hinein gesunken, wie tief, merkte ich erst danach, als die Welt wieder aussah wie eine Grautoncollage. Nur konnte ich nach dem ersten Mal immer wieder dahin zurück, wo Licht und Farben ein Teil meines Lebens waren. Dort war meine mögliche Gegenwart, alles andere entstammte anderen Zeiten und anderen Leben. Das Licht der Gegenwart. Es war eine Gegenwart, die stets nur eine mögliche Gegenwart blieb, eine, die ich nur leben könnte, wenn ich für immer dort bliebe. Jedesmal, wenn ich das Licht und dieses Farbspiel sah, kam es mir vor, als würden sie mir nur gezeigt, um mir vor Augen zu führen, dass ich mein wirkliches Leben eben nicht in der Gegenwart lebte. Der Anblick dieses Lichts verwob sich mit der Gewissheit des Vergänglichen und mit dem, was nicht festzuhalten war und das mir, kam es in Reichweite, auch schon wieder genommen wurde. Immer mehr ist das Licht der Gegenwart zu einem Licht des Abschieds geworden. Manchmal hasse ich dieses Licht und seine Farben, denn sie zeigen mir eine Gegenwart, die es vielleicht gar nicht gibt.

WOLLEN

Da ist eine Sehnsucht.
Ein Wollen, ein sehr bestimmtes.
Oder Bestimmendes?
Derdem steht eine Trägheit

gegenüber.

Eine sehr unbestimmte.
Sie bremst das Wollen.
Warum tut sie das?

Ich werde noch verrückt,
ob dieser Unbestimmtheit.

Der geliebtenbeliebten Ausrede.


VERÄNDERUNGEN

Wenn Veränderungen anstehen,
sollte man nicht so warten,
bis die Schlange sehr lang geworden ist.
Gedrängel ist nur ungemütlich.

MAGISCH

Manche magische Momente
bemerken wir erst,
wenn sie vorüber sind.
Plötzlich war sie da,
und fühlte, war, lebte,
ganz und gar gegenwärtig,
ohne Vergangenheit,
ohne Zukunft,
nur diesen Morgen,
nur diese Musik,
nur diesen Duft.
Sie war
Anbetung,
Hingabe,
Dankbarkeit.
Erfüllt vom Leben.
Froh zu sein.
Gottes Größe im Morgenlicht.

GELIEBT

Du wirst von mir geliebt.
Ganz anders, als:
Ich liebe dich.
Du
kommst zuerst.
Dann kein Ich.
Du bist das Zentrum
meines Liebens,
meiner Liebe.
Da ist kein Wollen.
Da ist kein Halten.
Da ist nur
meine Liebe.
Zu dir.
Sie braucht keine Antwort.
Sie kann einfach
bleiben.
Sie darf einfach leben.
Sein.
Auch allein.

SPÄT

ZULASSEN

Ich lasse zu,
um gelassen
zu werden.
Mehr.

NÄHE

Die Nähe
mancher Menschen
ist wie eine
Sonne im Garten
meiner Seele...

FINGERABDRUCK

Eigenschaften
sind die
Fingerabdrücke
der Seele.

SIE

Sie, ja Sie da!
Was tun Sie hier?
Was wollen Sie?
Was treibt Sie an?
Neugierig....

FUNKELSTERNENAUGEN

Finster, sehr finster,
hier draussen.
Kalt, sehr kalt.
Mittendrin die spitzen Lichter
deiner Funkelsternenaugen.
Nichts mehr.
So nicht allein,
gemeinsam durch die Nacht.
Ich weiß,
du lächelst.

LASS DEINE HAND

lass deine hand am boden ruhn

dulde mein schweigen,
so wie ich dein schweigen dulde,
pflanze berühung in deine seele,
doch dunkel kann kein grün gedeihen,
musst nicht verstehn,
musst nicht erklären,
musst nicht wissen,
doch achte das schweigen,
achte das gehen

löse mich in mir,
leg mich zur ruh und verliere den dialog,
der keiner war,
will keinen kampf,
solcher kann nie gewonnen werden,
nur verletzte bleiben an dieser front,
süßes erinnern,
zerstört durch diese intensive lust am verletzen,
dem missbrauchten vertrauen

sanfte lieder entweichen der kehle,
summen im herzen,
du sollst mich nicht suchen,
finde dich selbst ohne den spiegel,
der eine schimäre war,
fatamorgana,
ungleichgewicht,
entstellte gesichter zeigen sich dort,
geballte projektionen
sprechen aus ihm,
kein unreiner spiegel wird den
blankesten aller gedanken
und das
reinste aller gefühle
je sichtbar machen.

lass deine hand am boden ruhn

An Deinem Grund.

SEIN

Ich bin da.
Ich bin.
Da bin ich.
Dort aber auch.
Hier bin ich.
Hier bin ich ich.
Ich bin.
Da.

CHARAKTER

Der wahre Charakter
eines Menschen
zeigt sich nicht dann,
wenn die Liebe anfängt,
sondern dann,
wenn sie aufhört....

UHR

Zweimal am Tag
hat auch eine
schon lange
stehen gebliebene
Uhr Recht.
Können denn
auch Tote noch
Recht haben?

SEGNUNGEN

Manche Segnungen
können alle
Fensterscheiben zum
Zerspringen bringen.

INNEN

Wie auf einem Stern
bist du fern
von allem
um mich herum
denn
du bist
ganz intern
mitten drin.

KREUZ

Viele Menschen merken nicht,
dass das Kreuz,
das sie auf der Brust tragen,
ein Folterinstrument ist.

KIRCHENFENSTER

Ich weiß,
wenn man Kirchenfenster eintritt,
ist man ein Arschloch.
Aber vielleicht gibt es dann neue Fenster.
(und frische, gesunde Luft).

HERZENSHERZ

Aus Angst
vor Verletzung
hat sie das Herz
ihres Herzens
so tief vergraben,
dass sie nicht
mehr wusste,
an welchem Platz
es einmal schlug.

GEBEN UND NEHMEN

Geben und Nehmen. Es ist nicht so, dass wir erwarten sollten, von dem anderen, den wir lieben, etwas zurück zu bekommen. Vielmehr ist es so, dass wir unser eigenes Geben verwandeln sollten zu einem gleichzeitigen Nehmen. In dem Moment, in dem wir einen anderen Menschen zärtlich und liebevoll berühren, müssen wir uns selbst berühren. In dem Moment, in dem wir ihn annehmen in seiner Hingabe, müssen wir uns selbst annehmen in unserer Hingabe. Nur dann werden wir vom Lieben nicht entleert. Dann erschöpft uns Gemeinsamkeit nicht. Dann und nur dann, werden wir auch erfüllt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe deinen Geliebten und dich selbst ebenso wie ihn. Dann bleiben wir wach. Wenn wir nicht selbst darauf achten, schafft das Schicksal einen belebenden Moment für uns und schenkt uns eine Trennung, den heilsamen Schock.

FESTUNG

Wenn es um Fragen des Glaubens, der Überzeugungen, des Geistigen geht, dann verbarrikadiert sich jedes Wesen in einer Festung, von der aus dieser Glauben verteidigt wird.

AUSSERHALB

ö

WENN

Wenn man liebt,
kann man alles in der Schöpfung sein.
Wenn man liebt,
ist es nicht notwendig,
zu verstehen,
was vor sich geht.

LIEBE

Liebe hindert niemals irgendjemanden daran,
seine innere Bestimmung zu erfüllen.
Wenn das passiert, war es keine wahre Liebe.

LEBENSBUCH

Ahnungen sind das kurze intuitive Lesen der Seele im universellen Lebensbuch. Dieses Lebensbuch ist eine Chronik, in der die Geschichten aller Menschen mit einander verwoben sind. Aus diesen Seiten können wir alles erfahren, denn alles steht in diesem Lebensbuch geschrieben. Vergangenheit und Gegenwart jedes Menschen sind darin lesbar.

IRRATIONAL

Völlige Unvernunft
gebiert Unerwartetes
.

ÄQUINOKTIUM

Nicht gleich des Tags
Nicht gleich des Nachts
Ungleich in allem
doch anscheinend ähnlich
und wirklich so anders
beinahe gleichwertig
jedoch nur fast
denn die feinen kleinen
Zeichen belegen die Kluft
ganz winzig nur Sekunden
auf der Gleiche merkbar
dass Tag und Nacht
nicht gleich sind und sein
können ebenso wenig wie
Männer und Frauen einander
gleichen

FRAGE

Warum stehst du morgens auf?

SCHLÖSSER

FLOW

Fliessen lassen und geschehen lassen was geschehen will, sich nicht wehren nicht beeinflussen, nicht wollen, nicht vermeiden, einfach nur zuschauen und mit fließen im Fluss des Seins, Fallenlassen und Annehmen was da sein will, wie schwer das ist, was aber, wenn dann der Flow geschieht, das Mitgehen das lustvolle Aufgehen im Geschehen, der Rausch entsteht und ich nicht mal mehr ändern und steuern will, wie schön ist das, völlige Harmonie Synchronizität von Sein und Atem, Herzschlag und Denken, und Emotionen, alles einfach nur perfekt, Einssein mit der Umgebung und Bewusstsein, und Unbewusstsein werden unwichtig, unwirklich, denn sie haben keine Bedeutung mehr, wirken nicht, sind nicht, einfach nur tun, handeln oder einfach nichts tun, wenn das denn der Flow ist, was will ich mehr, was will ich anderes, was könnte ich je dagegen unternehmen, alles ist perfekt, so wie es ist, keine Notwendigkeit zur Kontrolle, keine Sorgen, keine Ziele, keine Zeit mehr, alles weg alles aufgelöst im ..................FLOW..................

ZART


ANTWORT

Manchmal wäre
keine Antwort
besser als
eine Antwort
und
noch besser als
irgendeine Antwort

MENSCHEN

Gestern habe ich viele liebe Menschen getroffen.
Bekannte und bis dahin noch unbekannte.
Nähe entstand.
Begegnen und verstehen, schätzen und hinhören.
Wehmut und Traurigkeit war auch dabei.
Ich vermisste mir nahe, die ich nicht erreichen konnte.
Ich vermisste mir ferne, die ich mir nahe wünschte.
Der oder die eine Ferne stand neben mir.
Die oder der nicht Anwesende war sehr da.
So ist das mit Nähe und Ferne.

GEWISSHEIT

Geboren umhüllt.
Geborgen gefühlt.
Löst sich der Zweifel
in Gewissheit.

SEIDE



UNSICHTBAR

Weder Stoff noch Dasein hat das,
woran ich mich festhalte.
Weder Ton noch Laut hat das,
wonach ich lausche.
Das, was ich schaue,
ist für den inneren
und den äußeren Sinn
gleich unsichtbar.

BEGEHREN

Ich begehre
zutiefst
was in mir ist.

HÖREN

Bevor
die Ohren
wirklich
hören können,
müssen sie ihre
Empfindlichkeit
verloren haben.

SPRECHEN

Bevor
die Stimme
Wahres
sprechen kann
muss sie
die
Macht
verloren haben
zu verletzen.

SEHEN

Bevor
die Augen
wirklich
sehen können,
müssen sie
das Weinen
überwunden haben.

HAUTHUNGER

Knurrende Leere obenauf.
Knisterndes Sehnen darunter.
Keine Nahrung, nichts Sattes,
das den Heißhunger stillt.
Schwarze Löcher
umhüllt von flehender Haut.
Bohren tief beim Fasten.
Winzigste Nerven tentakeln
sich der zarten Hand entgegen.
Verzagte Seele im Hungerstreik.
Versagtes Grenzorgan.

WORTWIRKUNG

Da klopft das Herz plötzlich.
Krampft.
Holpert und stolpert über die Worte.
Stockt.
Verinnerlicht nochmal.
Wartet.
Dann versucht es zu rennen.
Davon.
Wenn es das nur könnte.

KÖRPER

Du hast einen Körper erhalten.
Du wirst ihn mögen oer hassen.
Er wird bis zum Ende deines Lebens
das Heim deiner Seele sein.

Achte ihn.

Achte es.

Das Heim.

WARUM NICHT

Warum nicht heute, hier und jetzt
dem Leben und dem Leichtsinn frönen.
Da ist nichts, was dich verletzt,
da du erlaubst dein Sehnen.

Hör auf, sofort, zu denken,
wenn du erlaubst dir Fühlen.
Dich in dir selbst versenken,
wird deinen Mut nie kühlen.

Gestatte dir ein reines Wort,
tu was du magst, ganz froh,
denn heute und an diesem Ort
hörst du nur dich, so oder so.

Fühlst du Verlangen sag es
frei, zu genießen wag es
dein Leben eilt, darum bedenke
diese Gedanken, die ich schenke.

NACHTGEDANKE

ich genieße
ich sprieße
unter dir
zu mir
ich will fühlen
und wühlen
in den Laken
bis mein Sehnen
ruht

GEDANKENREISE

so viel mehr
als ich dir sage
wenn ich es wage
nichts mehr zu
sagen.
doch dir zu zeigen.
dann tanzt der reigen
von aber und
trotzdem
mit dennoch und feige
verzieht sich der mut
im gebüsch des
bekannten.
mehr als das
was ich jetzt gebe
kann ich nicht.
es
ist das meiste
und wirklich ich.
von herzen
mit schmerzen
ein
wenig
garnicht.
nein.
das meiste
im geiste
und herzen.
gelacht und gelitten.
geweint und gestritten.
geliebt und geleibt.
mal sehen
was bleibt.
so viel wie wir wollen.
denn aus dem
vollen
leben wird uns gegeben.
jeden tag immer wieder.
aufs neue.
aufs neue.
mit zartheit und wärme
manchmal mit schrecken
und
vielen ecken.
obwohl.
so warme hände
erkunden gelände
auf meinem
rücken.
wie könnte ich da
zögern im geben.
zaudern im schenken.
es schwinden bedenken.
im nichts.
so wie du liegst
und mit mir
fliegst
wird die reise
eine lange.
an deiner wange
ruht meine
stirn
ganz kühl und weich
getragen und leicht.
wollen wir wagen.
wirklich.
ja.

WAHR

Der niedrige Gehirnverstand
ist der Mörder des Wirklichen.
Töte den Mörder.
Wenn dir seine Erscheinungsformen
so unwirklich vorkommen,
wie im Wachzustand all seine Traumformen,
vermagst du den inneren Ton zu hören,
der die äußeren zum Schweigen bringt.
Dann, erst dann,
kannst du das Wahre finden.

STILLE


AUGENBLICK


EINFACH

Ich bin zutiefst davon überzeugt,
dass alle richtigen Dinge EINFACH sind.
Selbstverständlich und subtil.