OHRENSEEN

Seen in ihren Ohren.
Gestern aus geweinten Tränen.
Heute aus geschwitzter Liebe.
Ohrenseen lassen
flüssiges Leben
plätschernd hören.

FREILAND

Freiland ohne Freitag ist
einsames Eiland nur.
Freiland mit Freitag ist
gemeinsames Lebland pur.

FINDLING

Findlinge liegen im Weg.
An den Kreuzungsorten
der Sprache und des Lebens.
Wertvolle Mahnmale.
Zum Schutz der Wanderer.
Nicht leichtfertig fliessen
Sprache und Leben so.
Beide müssen sorfältig
beachtet werden.
Dankbar für die Umwege
macht sie sich wieder
auf die Reise.

HAUTWARM

Wenn ich dich
jetzt am Telefon hätte,
würde ich mir wünschen,
dir hautwarme Worte
flüstern zu können,
vom Ohr,
übers Herz,
in den Bauch.
Leise.
Kaum gehört.
Wenn du jetzt bei mir wärst,
dann würde ich mir wünschen,
dir hautwarme Liebe
wortlos
nahe bringen zu können,
über Blicke, Lippen und Sein.
Direkt in dich.

MELODIE

Wenn du nicht bereit bist
den Ton sterben zu lassen
wird keine Melodie erklingen

FÜNFSTERNEKLAUSUR

Es ist keine Kunst, im Kloster zu sich selbst zu finden. Oder in einer stillen Höhle, oder im einsamen Wald. Man wäre so schön allein, in einer romantischen Welt. In so einer Fünfsterneklausur findet wahre Selbstbegegnung kaum statt, denn die gewohnten Reize werden nur ausgetauscht gegen den seltenen Anblick eines betenden Klosterbruders, das Geräusch tropfenden Höhlenwassers oder das Zwitschern der Waldbewohner. All das ist wunderschön, aber es zieht den Blick nach außen. Lass das! Alles scheint verklärt, sogar du selbst in dieser Umgebung. Stille, Eingekehr in dich selbst kann geschehen in deinen Keller, in deinem Schafzimmer. Verbinde dir die Augen. Verschließe dir die Ohren. Sei bei dir. Allein. Das reicht. Mehr brauchst du nicht. Wieder und wieder, solange bist du dein inneres Wesen sehen und hören kannst.

Bisher

Bisher

habe ich gelauscht
habe ich geschaut
habe ich hingefühlt
aber oft nichts gesagt

Die Zeiten sind vorbei.

Auch ohne gefragt zu sein, traue ich mich heute, meine Wahrnehmung zu teilen.
Wenn du magst und kannst empfinde nach. Rebelliere. Oder stimme zu.
Was passt für DICH ?

Bitte glaub mir nix.
Garnichts.
Nie.


LEBENSATEMZUG

Im größten Schmerz erlebt die Seele ihre Geburt.
Sie befreit sich aus der Enge der absichernden Persönlichkeit
und tut einen tiefen Lebensatemzug.

GELASSEN

Überlass dich
dem guten Gefühl
der Abwesenheit

HIMMEL

Ein Dom aus reinstem Ultramarin. Transparenter Himmel mit Wolkenmeer, dessen bizarre Formationen kleine weiße Gebirge mit gestochen scharfen Rändern zaubern, rufen den Eindruck vollkommener Stille hervor. Sich daraus fallen zu lassen, ist reinstes Vergnügen.

SCHWEIGEN

Langes Schweigen in
Lücken der Worte
halten den Atem als
lautes Gespräch.

BEWEGUNG

Geschnörkelte Geister schlagen
Wellen, wie eckige Steine,
ins Wasser geworfen.
Wellige Schleifen mäandern
durch Kaskaden von Farben,
das Bunt schleckend.
Tänzelnde Meere werfen
Seide auf glutheiße Häute,
die Ebbe atmen.
Wartende Zeiten irren
hauslos umher.

WEG

Verstanden werden ist das eine.
Mit dem Verstandenen aber
auch noch angenommen zu werden,
in vollem Umfang,
das ist die große Offenbarung.
In der Annahme bleiben zu können,
das ist Heilung.
Der Heilung Zeit zu geben,
das ist Weisheit.

TANNENTANZ

Bauchige Tannenwälder gebären die Wunder,
die mich führen und Tango tanzen lassen zu mir hin.
Schritte gewagt, Kreise erdacht,
umrunden den Stamm, der meine Mitte bezeichnet.
Wie wäre es, wenn ich Wirbeln wagen würde,
auf dem dicken Bett aus Tannennadeln?
Straucheln und Fallen kann nicht schaden.
Die Kraft bricht aus, Ideen sprudeln,
Welten verschmelzen und werden eins.

VATER

Geliebt.
Verlassen.
Geliebt.
Verlassen.
Misstraut.
Bekämpft.
Beschwiegen.
Gelassen.
Verachtet.
Genähert.
Gewartet.
Gesprochen.
Gefunden.
Geachtet.
Geliebt.

EINFACH NUR

Liebe, in welcher Form und
wie ausgedrückt und
wie angekommen und
wie angenommen und
wie missverstanden und
wie eingefordert und
wie abgelehnt und
wie eingeübt und
wie verletzt und
wie missachtet und
wie gelebt und
wie erlebt und
wie gesagt und
wie gehört und
wie interpretiert und
wie konditioniert und
wie gesehnt und
wie geschenkt und
wie erhalten und
wie verwehrt und
wie philosophiert und
wie einfach nur gespürt......
ist mir nur einfach
Liebe.

KERZENZEITEN

Sie ziehen aus.
Verlassen uns.
Zeigen ein Ende.
Gelassen denke ich:
Im Frühjahr kehren
die Kraniche zurück.
Schimmernde
Kerzenzeiten
wärmen solange
die großen
Kinderherzen.

GEFRIERSCHAUM

Eiseskälte.
Sternenklare Nacht.
Mondscheinlichtung.
Prickelnder Champagner.
Rosé.
Kohlensäurebläschen.
Gefroren im Glas.
Steifer Schaum.
Atemhauch.
Warme Arme um mich.
Heisse Herzen.
Glasklares Sein.
Momentaufnahme.

LEUCHTEN

Nichts leuchtet so schön,
wie deine Augen in der Zufriedenheit.
Sie sind so warm und nah,
wie ich dir bin in der Gemeinsamkeit.

LIPPEN

Meine Augen küssen dich.
Meine Augen kosen.
Lippengleich berühr ich dich.
Warm und zart und reich.
Zungenzarter Blick
streichelt über dich,
ganz weich.

STILLE

Wer die Stimme der Stille vernehmen möchte,
wer den tonlosen Ton hören und verstehen will,
muss zunächst die Natur des Seins
und seine Löslösung von den Sinnen begreifen.

WEGZEHRUNG

Schick dir den Songbird
Mit seinen Liedern
Damit er in zarten Tönen
Träume um dein Leben webt
Mit und vor dir
Fliegend
Begleitend
Leitend
Nährend
Behütend
Dir Liebeslieder singt
Mit Klängen aus Saiten
Die du schön hörtest
Zu anderen Zeiten.


ZART

Zarte Blicke
legen weiches Fühlen
in mein Herz
und lassen meine Hände
zärteln, weicheln, streicheln.

SEELENSTREICHELN


"Das ist eine tiefe Sehnsucht von mir: Es wäre so schön, wenn du meine Seele streicheln könntest und nicht nur meinen Körper."

"Ja, ich würde so gerne deine Seele streicheln, aber wie geht das?"

"Es ist ganz einfach. Nimm dein Herz in deine Hände und lass es durch sie sprechen. Lade deine Seele ein, zu meiner zu sprechen, durch deine Berührungen, deine Blicke, deinen Atem. Wenn Menschen bereit sind innennackt zu sein, können Seelen miteinander sprechen. Innennackt wirst du, wenn du bereit bist, dich völlig nackt zu zeigen, wenn du deine Rollen und Funktionen ablegst und alles vergisst, was du jemals von dir glaubtest und was man dir über dich sagte. Wenn kein Wollen und Halten mehr existiert, nur das reine Fühlen in Hingabe, zeigen Seelen sich berührbar."

"Ich habe Angst vor dieser Nacktheit, sie könnte mich verletzbar machen."

"Ja, das ist das Wesen des Nacktseins: Es gibt keinen Schutz, alle Einflüsse prassend direkt auf dich ein. Was kann dir dadurch passieren?"

"Ich könnte frieren, es könnte mir zu heiß werden, ich könnte angreifbar werden, vor allem aber werde ich so ganz und gar sichtbar sein, ohne Schutz durch Rollen, Masken und Funktionen. Mit all meinen Makeln und Schwächen sichtbar."

"Und? Wäre das nicht herrlich entspannt, wenn du dich mit all deiner Schönheit, deinem Reichtum, deinen Fehlern, deinen Narben, deinen Erfahrungen und deiner Ehrlichkeit zeigen könntest?"

"Schon, aber werde ich, wenn ich einmal innennackt war und meine Seele zeigen konnte, mich wieder 'bekleiden' können? Werde ich wieder Schutz finden? Kann ich dann noch so sein, wie ich es bisher kannte?"

"Nein, wahrscheinlich wirst du nie mehr so sein wie früher. Du wirst dir womöglich wünschen, immer innennackt leben zu können, immer offen und ehrlich zu sein und deine Rollen und Funktionen nicht mehr haben wollen. Aber vielleicht willst du all das dann auch nicht mehr, weil deine Seele sich so angenommen und gesehen fühlt. Ja, - es ist ein Risiko."

"Ich möchte es gerne wagen, aber ich traue mich nicht."

"Traust du deiner Seele, deiner tiefsten inneren Weisheit, deinem Sein?"

"Ja, ich glaube schon."

"Also?"

SICHTBARKEIT

Blind bist du,
dir selbst gegenüber.
So bist du unsichtbar,
für andere.

HIN....HÖREN

HIN...hören ist eine heilige Kunst.

Im HINhören liegt eine göttliche Macht. Das HINhören offenbart die geheimsten Kammern in demjenigen, der zu erzählen beginnt.
Hör zum Menschen hin, wenn er sich mitteilt. Hinter dem ersten Ton, der mitten im Raum steht, wie ein Mensch, steht der Wunsch und Wille sichtbar und wahrgenommen zu werden
Dieser erste Ton will überzeugen, er will, dass du nur auf ihn hörst. Dieser Ton umfasst dich, hält dich fest und sagt zu dir: „Schau mich an, hör genau hin, wie ich dir die Wahrheit sage. Schau nicht zur Seite.“
Nach Jahren der Übung im HINhören und mit viel Erfahrung kannst du den zweiten Ton hören. Der zweite Ton enthält Frequenzen und Schwingungen, die feiner und leiser sind, als die des ersten Tons. Du musst lauschen, um ihn wahrzunehmen. Es ist eine Frequenz, dich sich nicht in einer Notenschrift niederlegen lässt. Es ist das Schwingen der Seele und der Wahrheit hinter dem Offensichtlichen oder laut Gesagten.

WAHRNEHMEN

Gesund ist, wenn es gelingt, achtsames Wahrnehmen und gleichzeitiges Fernhalten Eins sein zu lassen. Und zwar dann, wenn es angebracht, also gesund und heilend, für den Wahrnehmenden ist.


TRAUMSUHLEN

Bewegte Nacht.
Nicht, nein, - noch nicht wach werden.
Muss noch festhalten, was ich fühlte.
Will noch riechen, was ich roch.
Mag noch eintauchen.
Weiterträumen.
Der Morgen naht.

IMPOTENT

Emotional
impotente
Menschen
sind
schlecht
zum
Liebhaben.

METALL

Wenn das Leben von mir erwarten würde,
dass ich mich verbiegen kann,
dann wäre ich ein Stück Draht geworden.
Aber dazu taugen meine Gene nicht.



SELBSTKRITIK

Der Grat zwischen Selbstkritik und Selbsterniedrigung ist sehr schmal. Das ist bei Selbstkritik gern so: Man verwechselt Selbstkritik mit Selbsterniedrigung und -kaputtmachen. Da gilt es wachsam zu sein, um den kleinen, feinen Wechsel vom Förderlichen zum Zerstörerischen wahrzunehmen.

LICHT

Selbst in den schwierigsten Momenten des Lebens ist es in uns allen.
Auch in den Menschen, die, wie alle, ab und zu einen Fehler machen.
Verlier das Licht nicht aus den Augen, das aus deinem Herzen strömt.

STERNSCHNUPPENNACHT

Unten, im Spiegel des nächtlichen Sees,
neben den schwarzen Flecken der Berge
und den Kreisen der hüpfenden Fische,
und den wenigen Lichtern der Häuser,
sah ich Sternschnuppen regnen
und wünschte mir wieder
und wieder
und wieder
und wieder
Das Gleiche wie seit Jahren.
Bei vielen Sternschnuppen,
beim Sternewerfen zum Jahreswechsel,
und bei vielen anderen Gelegenheiten.
Vielleicht sollte ich langsam mal den Wunsch wechseln?
Ich habe aber nur einen.

TÜR

Der Weg
ins Freie
führt durch
eine Tür.
Warum
nimmt du
diese Tür
nicht einfach?

KETTEN

Ketten von Ereignissen, vor unendlicher Zeit geboren, bewegen sich Schritt für Schritt zwingend aufeinander zu. Der Begegnungspunkt wird von manchen unaufmerksamen Menschen Zufall genannt. Die Genauigkeit unserer Beobachtung und die Höhe unseres Standpunkts führen zum Überblick. Aus höchster Höhe ist es möglich, die Rundungen des Horizonts zu sehen und die Täler hinter den fernsten Bergen zu erkennen. In diesen Tälern finden Ereignisse statt, die das Leben in unser eigenes Tal schickt. Es gilt, wachsam zu sein, um nicht überrascht zu werden. Es gilt, Ahnungen zu Gewissheiten werden zu lassen. Dann wird der Zufall zur Absicht des Schicksals.

WIND

Wie ein kalter Wind
riefst du dein Leben
durch mein Land.
Sei Wind in meinen Räumen.
Geh ein und aus.
Verändre dich und nichts.
Denn ich will stärker atmen
und jede Zeit beschränken,
die dich verletzt.
Sei ruhig frohgemut,
wenn ich zärtlich
deinen Namen nenne
und lass die Wolken steigen

DER MOMENT

Meine Lippen
konnten sich nicht
zwischen
Schweigen und Lächeln
entscheiden.
So bewegten sich nur
Augenpaare
und begannen den
Dialog für Sekunden.
Funken sprühendes
Stillegespräch
durch den
Wasserspiegel.

SCHWEIGEN

Das miteinander Schweigen
in unterschiedlichen Sprachen
ist mir
viel schmerzhafter als
das umeinander Weinen.

SCHMERZEN

Schmerzen sind ein Geschenk, das das Leben uns machen kann. Die Schmerzen, die entstehen, wenn man vom Leben dazu gezwungen wird, einen Fehler nicht weiter zu begehen, sind besonders hart, weil man dann oft noch nicht zur Einsicht gelangt ist. Jede Trennung schmerzt, auch die von unseren Fehlern. Aber was gibt es schöneres, als das Ende einer Täuschung? 

WORT

Das Wort ist eines seiner beliebstesten Mittel sich zu zeigen.
Das Wort ist der in Schwingungen verwandelte Gedanke.
Gesprochenes ist ein in die Luft entlassener Gedanke,
der zuvor nicht mehr als reine Energie war.
Worte haben Kraft, - viel mehr Kraft als alle Rituale.
Sei vorsichtig mit dem was du sagst. Sei vorsichtig.

NACHSICHT

Der Mensch, den das Unglück eines anderen gleichgültig lässt,
ist wirklich verunglückt. Er verdient jede Nachsicht.

HERZENSSTIMME

Menschenherzen klagen gerne, denn sie sind so. Sie haben Angst davor, sich ihre Wünsche zu erfüllen. Oft denken sie, sie haben es nicht verdient, ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Manchmal sind sie auch nur sicher, dass sie sie ohnehin nicht erreichen könnten und versuchen es erst garnicht. Herzen sterben fast vor Angst bei dem Gedanken, dass ihre Lieben sie für immer verlassen, dass Momente, die gut hätten sein können, es nicht waren und dass Schätze, die entdeckt werden könnten, immer versteckt bleiben. Nur wenige mutige Herzen fürchten sich nicht vor dem Leiden. Meist geschieht dies, weil sie merken, dass die Vorstellung und die Angst vor dem Leiden schlimmer sind, als das eigentliche Leid. Es hat noch kein Herz gelitten, als es such aufmachte, seine Träume zu erfüllen. Traumerfüllungsherzen jubeln, - sehr laut oder sehr leise. Aber immer spürbar.

LERNEN

Ist Handeln nicht die einzige Möglichkeit zu lernen?

SPRACHE

Es gibt in dieser Welt eine universelle Sprache. Eine Sprache, die jeder versteht und die all jene benutzen, die mit ihrer Hilfe ihre Ziele erreichen wollen. Es ist die Sprache der Begeisterung, des Einsatzes, der Hingabe und der Liebe für Dinge, an die man glaubt oder die man sich wünscht. Diese Sprache findet sich nicht in Büchern oder Schriften. Diese Sprache wird aus aktivem Leben vermittelt. Menschen lassen sich leider allzu leicht von Bildern und Büchern faszinieren und vergessen dabei, auf die Sprache der Welt zu achten. So verlernen sie immer mehr zu hören.

KÜHN

Kühne Entwürfe
schleudern sich
ins All

FRAUEN

So war sie auch einmal gewesen: Auf der Suche nach dem Sinn in allem und mit der Fähigkeit, die Welt mit dem Blick der Frauen von einst wahrzunehmen, die stark und vertrauensvoll waren und nichts dabei fanden Macht zu haben und in ihrem Familien zu herrschen. Sie kannte ihre Aufgabe, ebenso wie diese früheren Frauen und nahm sie dankbar an.
Der Mann hat den Boden bestellt, die Frau bringt die Saat. So lernen die beiden die Geheimnisse des Lebens. Etwas zu lernen bedeutet mit einer Welt in Verbindung zu treten, von der man bis dahin keinerlei Vorstellungen hat. Neugier und Demut verlangt das Lernen.

CHANCEN

Viele Ehen scheitern. Trennungen sind im Leben der Menschen an der Tagesordnung. Man vollzieht sie und geht oft zur Tagesordnung über. In jeder Trennung liegt aber auch die Chance auf einen Neubeginn mit sich selbst. Steigende Scheidungsraten ermöglichen einen großen Wandel. Menschen bleiben nicht mehr zusammen, weil sie es müssen. Darin liegt die Chance für seelisches Wachstum. Das Zusammenbleiben war früher oft eine Konsequenz aus materialler Not (und ist es heute noch manchmal). Nach Trennungen kommt oft die Phase des bindungsunfähigen Einzelgänger. In dieser Phase bleiben viele stecken und für andere ist es nur ein notwendiger Übergang. Die Menschen, die niemanden mehr existenziell brauchen, haben die Chance, eine Wahlfamilie zu suchen, die ihrer eigenen Natur und ihren Bedürfnissen entspricht. Dazu müssen sie diese kennen und das ist in dem Zwischenstadium Einzelgänger sehr gut möglich. Wenn sie die Chance nutzen und nicht faul werden.

TRAGIK

Nacht für Nacht
liegen Millionen und Abermillionen nackte Körper aufeinander.
Die Körper bewegen und berühren sich.
Die Seelen bleiben allein.
"Ich liebe dich, ich braucht dich, ich will dich..."
Wenn man weiß, wer da spricht, kann das wahr sein.
Es spricht das Ich, - die Seele schweigt dazu.
Das Ich behauptet, - das wahre Wesen trauert dazu.
Das Tragische daran ist, dass die allermeisten Menschen das nicht einmal wissen.

SELBSTVERANTWORTUNG

Ab einem gewissen Zeitpunkt sind wir für uns selbst verantwortlich. Der Zeitpunkt ist dann gekommen, wenn wir erkennen, dass es diesen Zeitpunkt gibt. AB diesem Moment gibt es keine Ausrede mehr, ist kein Zögern mehr erlaubt, nur ein kurzer Moment des Jammerns. Ab dem nächsten Moment wäre es eine unentschuldbare Faulheit, nicht aufzustehen und mit dem Wegräumen der Trümmer aus der Vorzeit zu beginnen. Jeder Mensch, der den Umweg des Schmerzes beging, kann das störende Korsett mit einem Hieb aufspengen.

PFERD

Gellendes Wiehern.
Verschreckte Augen
blinzeln ins
Gittermuster
des
Lichts.
Atmen zurück
in den Schlaf.

ANTWORT

Dein Schicksal liegt in deiner Hand.
Wenn dir jemand sagt, es liege in Gottes Hand,
dann will er vielleicht genau das damit sagen.

TORE

Wenn du in deinem Herzen Tore öffnest,
verändert sich die Welt um dich herum.
Die Welt, wie sie sich dir offenbart,
ist der Spiegel deines Seins.

LEHRER

Das Leben ist ein universeller Lehrer.
Es ist dein ganz persönlicher Lehrer.
Jede Begegnung, sei es mit einem Menschen,
einem Gedanken, einem Glück oder einem Stein,
wird dich lehren, wenn du offen bist dafür.

MUTTERLIEBE

Frau, du, ich, wir.
Keine Angst.
Weich nicht aus, du hast eine Aufgabe,
"Du sagtest doch, du seiest aller Nöte bloß,
wenn du ins Antlitz eines Kindes blickst.
So laß dein Kind mich sein."
So bat er dich und sie, wie viele Söhne um ihre Mütter baten.
Flehten.
Annehmen, Dasein, Umarmen, Bewahren, Schützen.
Können wir das? Wirklich?

GEGENWARTSLICHT

Früher hatte ich noch keine Worte für dieses Licht und diese Farben. Der Raum bekam dadurch eine verhüllte Tiefe, eine Tiefe, die etwas versprach. Diese Farben waren in mich hinein gesunken, wie tief, merkte ich erst danach, als die Welt wieder aussah wie eine Grautoncollage. Nur konnte ich nach dem ersten Mal immer wieder dahin zurück, wo Licht und Farben ein Teil meines Lebens waren. Dort war meine mögliche Gegenwart, alles andere entstammte anderen Zeiten und anderen Leben. Das Licht der Gegenwart. Es war eine Gegenwart, die stets nur eine mögliche Gegenwart blieb, eine, die ich nur leben könnte, wenn ich für immer dort bliebe. Jedesmal, wenn ich das Licht und dieses Farbspiel sah, kam es mir vor, als würden sie mir nur gezeigt, um mir vor Augen zu führen, dass ich mein wirkliches Leben eben nicht in der Gegenwart lebte. Der Anblick dieses Lichts verwob sich mit der Gewissheit des Vergänglichen und mit dem, was nicht festzuhalten war und das mir, kam es in Reichweite, auch schon wieder genommen war. Immer mehr ist das Licht der Gegenwart zu einem Licht des Anwesenheit geworden.

WOLLEN

Da ist eine Sehnsucht.
Ein Wollen, ein sehr bestimmtes.
Oder Bestimmendes?
Derdem steht eine Trägheit

gegenüber.

Eine sehr unbestimmte.
Sie bremst das Wollen.
Warum tut sie das?

Ich werde noch verrückt,
ob dieser Unbestimmtheit.

Der geliebtenbeliebten Ausrede.


VERÄNDERUNGEN

Wenn Veränderungen anstehen,
sollte man nicht so warten,
bis die Schlange sehr lang geworden ist.
Gedrängel ist nur ungemütlich.

MAGISCH

Manche magische Momente
bemerken wir erst,
wenn sie vorüber sind.
Plötzlich war sie da,
und fühlte, war, lebte,
ganz und gar gegenwärtig,
ohne Vergangenheit,
ohne Zukunft,
nur diesen Morgen,
nur diese Musik,
nur diesen Duft.
Sie war
Anbetung,
Hingabe,
Dankbarkeit.
Erfüllt vom Leben.
Froh zu sein.
Gottes Größe im Morgenlicht.

GELIEBT

Du wirst von mir geliebt.
Ganz anders, als:
Ich liebe dich.
Du
kommst zuerst.
Dann kein Ich.
Du bist das Zentrum
meines Liebens,
meiner Liebe.
Da ist kein Wollen.
Da ist kein Halten.
Da ist nur
meine Liebe.
Zu dir.
Sie braucht keine Antwort.
Sie kann einfach
bleiben.
Sie darf einfach leben.
Sein.
Auch allein.

ZULASSEN

Ich lasse zu,
um gelassen
zu werden.
Mehr.

NÄHE

Die Nähe
mancher Menschen
ist wie eine
Sonne im Garten
meiner Seele...

FINGERABDRUCK

Eigenschaften
sind die
Fingerabdrücke
der Seele.

FUNKELSTERNENAUGEN

Finster, sehr finster,
hier draussen.
Kalt, sehr kalt.
Mittendrin die spitzen Lichter
deiner Funkelsternenaugen.
Nichts mehr.
So nicht allein,
gemeinsam durch die Nacht.
Ich weiß,
du lächelst.

LASS DEINE HAND


lass deine hand am boden ruhn

dulde mein schweigen
so wie ich dein schweigen dulde
pflanze berühung in deine seele
doch dunkel kann kein grün gedeihen
musst nicht verstehn
musst nicht erklären
musst nicht wissen
doch achte das schweigen
achte das gehen
löse mich in mir
leg mich zur ruh und verliere den dialog
der keiner war
will keinen kampf
solcher kann nie gewonnen werden
nur verletzte bleiben an dieser front
süßes erinnern
sanfte lieder entweichen der kehle
summen im herzen
du sollst mich nicht suchen
finde dich selbst 
ohne den spiegel
der eine schimäre war
fatamorgana
ungleichgewicht
entstellte gesichter zeigen sich dort
geballte projektionen
sprechen aus ihm
kein unreiner spiegel wird den
blankesten aller gedanken
und das
reinste aller gefühle
je sichtbar machen

lass deine hand am boden ruhn

SEIN

Ich bin da.
Ich bin.
Da bin ich.
Dort aber auch.
Hier bin ich.
Hier bin ich ich.
Ich bin.
Da.

CHARAKTER

Der wahre Charakter
eines Menschen
zeigt sich nicht dann,
wenn die Liebe anfängt,
sondern dann,
wenn sie aufhört....

SEGNUNGEN

Manche Segnungen
können alle
Fensterscheiben zum
Zerspringen bringen.

INNEN

Wie auf einem Stern
bist du fern
von allem
um mich herum
denn
du bist
ganz intern
mitten drin.

KREUZ

Viele Menschen merken nicht,
dass das Kreuz,
das sie auf der Brust tragen,
ein Folterinstrument ist.

KIRCHENFENSTER

Ich weiß,
wenn man Kirchenfenster eintritt,
ist man ein Arschloch.
Aber vielleicht gibt es dann neue Fenster.
(und frische, gesunde Luft).

HERZENSHERZ

Aus Angst
vor Verletzung
hat sie das Herz
ihres Herzens
so tief vergraben,
dass sie nicht
mehr wusste,
an welchem Platz
es einmal schlug.

GEBEN UND NEHMEN

Geben und Nehmen. Es ist nicht so, dass wir erwarten sollten, von dem anderen, den wir lieben, etwas zurück zu bekommen. Vielmehr ist es so, dass wir unser eigenes Geben verwandeln könnten zu einem gleichzeitigen Nehmen. In dem Moment, in dem wir einen anderen Menschen zärtlich und liebevoll berühren, können wir uns selbst berühren. In dem Moment, in dem wir ihn annehmen in seiner Hingabe, können wir uns selbst annehmen in unserer Hingabe. Dann werden wir vom Lieben nicht entleert. Dann erschöpft uns Gemeinsamkeit nicht. Dann und nur dann, werden wir auch erfüllt. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe deinen Geliebten und dich selbst ebenso wie ihn. Dann bleiben wir wach. Wenn wir nicht selbst darauf achten, schafft das Schicksal einen belebenden Moment für uns und schenkt uns eine Trennung, den heilsamen Schock.

FESTUNG

Wenn es um Fragen des Glaubens, der Überzeugungen, des Geistigen geht, dann verbarrikadiert sich jedes Wesen in einer Festung, von der aus dieser Glauben verteidigt wird.

WENN

Wenn man liebt,
kann man alles in der Schöpfung sein.
Wenn man liebt,
ist es nicht notwendig,
zu verstehen,
was vor sich geht.

LIEBE

Liebe hindert niemals irgendjemanden daran,
seine innere Bestimmung zu erfüllen.
Wenn das passiert, war es keine wahre Liebe.

LEBENSBUCH

Ahnungen sind das kurze intuitive Lesen der Seele im universellen Lebensbuch. Dieses Lebensbuch ist eine Chronik, in der die Geschichten aller Menschen mit einander verwoben sind. Aus diesen Seiten können wir alles erfahren, denn alles steht in diesem Lebensbuch geschrieben. Vergangenheit und Gegenwart jedes Menschen sind darin lesbar.

IRRATIONAL

Völlige Unvernunft
gebiert Unerwartetes
.

ÄQUINOKTIUM

Nicht gleich des Tags
Nicht gleich des Nachts
Ungleich in allem
doch anscheinend ähnlich
und wirklich so anders
beinahe gleichwertig
jedoch nur fast
denn die feinen kleinen
Zeichen belegen die Kluft
ganz winzig nur Sekunden
auf der Gleiche merkbar
dass Tag und Nacht
nicht gleich sind und sein
können ebenso wenig wie
Männer und Frauen einander
gleichen

FRAGE

Warum stehst du morgens auf?

FLOW

Fliessen lassen und geschehen lassen was geschehen will, sich nicht wehren nicht beeinflussen, nicht wollen, nicht vermeiden, einfach nur zuschauen und mit fließen im Fluss des Seins, Fallenlassen und Annehmen was da sein will, wie schwer das ist, was aber, wenn dann der Flow geschieht, das Mitgehen das lustvolle Aufgehen im Geschehen, der Rausch entsteht und ich nicht mal mehr ändern und steuern will, wie schön ist das, völlige Harmonie Synchronizität von Sein und Atem, Herzschlag und Denken, und Emotionen, alles einfach nur perfekt, Einssein mit der Umgebung und Bewusstsein, und Unbewusstsein werden unwichtig, unwirklich, denn sie haben keine Bedeutung mehr, wirken nicht, sind nicht, einfach nur tun, handeln oder einfach nichts tun, wenn das denn der Flow ist, was will ich mehr, was will ich anderes, was könnte ich je dagegen unternehmen, alles ist perfekt, so wie es ist, keine Notwendigkeit zur Kontrolle, keine Sorgen, keine Ziele, keine Zeit mehr, alles weg alles aufgelöst im ..................FLOW..................

ANTWORT

Manchmal wäre
keine Antwort
besser als
eine Antwort
und
noch besser als
irgendeine Antwort

MENSCHEN

Gestern habe ich viele liebe Menschen getroffen.
Bekannte und bis dahin noch unbekannte.
Nähe entstand.
Begegnen und verstehen, schätzen und hinhören.
Wehmut und Traurigkeit war auch dabei.
Ich vermisste mir nahe, die ich nicht erreichen konnte.
Ich vermisste mir ferne, die ich mir nahe wünschte.
Der oder die eine Ferne stand neben mir.
Die oder der nicht Anwesende war sehr da.
So ist das mit Nähe und Ferne.

GEWISSHEIT

Geboren umhüllt.
Geborgen gefühlt.
Löst sich der Zweifel
in Gewissheit.

UNSICHTBAR

Weder Stoff, noch Dasein hat das,
woran ich mich festhalte.
Weder Ton, noch Laut hat das,
wonach ich lausche.
Das, was ich schaue,
ist für den inneren
und den äußeren Sinn
gleich unsichtbar.

BEGEHREN

Ich begehre
zutiefst
was in mir ist.

HÖREN

Bevor
die Ohren
wirklich
hören können,
müssen sie ihre
Empfindlichkeit
verloren haben.

SPRECHEN

Bevor
die Stimme
Wahres
sprechen kann
muss sie
die
Macht
verloren haben
zu verletzen.

SEHEN

Bevor
die Augen
wirklich
sehen können,
müssen sie
das Weinen
überwunden haben.

HAUTHUNGER

Knurrende Leere obenauf.
Knisterndes Sehnen darunter.
Keine Nahrung, nichts Sattes,
das den Heißhunger stillt.
Schwarze Löcher
umhüllt von flehender Haut.
Bohren tief beim Fasten.
Winzigste Nerven tentakeln
sich der zarten Hand entgegen.
Verzagte Seele im Hungerstreik.
Versagtes Grenzorgan.

WORTWIRKUNG

Da klopft das Herz plötzlich.
Krampft.
Holpert und stolpert über die Worte.
Stockt.
Verinnerlicht nochmal.
Wartet.
Dann versucht es zu rennen.
Davon.
Wenn es das nur könnte.

KÖRPER

Du hast einen Körper erhalten.
Du wirst ihn mögen oder nicht.
Er wird bis zum Ende deines Lebens
das Heim deiner Seele sein.
Achte ihn.
Achte es.
Das Heim.

WARUM NICHT

Warum nicht heute, hier und jetzt
dem Leben und dem Leichtsinn frönen.
Da ist nichts, was dich verletzt,
da du erlaubst dein Sehnen.

Hör auf, sofort, zu denken,
wenn du erlaubst dir Fühlen.
Dich in dir selbst versenken,
wird deinen Mut nie kühlen.

Gestatte dir ein reines Wort,
tu was du magst, ganz froh,
denn heute und an diesem Ort
hörst du nur dich, so oder so.

Fühlst du Verlangen sag es
frei, zu genießen wag es
dein Leben eilt, darum bedenke
diese Gedanken, die ich schenke.

NACHTGEDANKE

ich genieße
ich sprieße
unter dir
zu mir
ich will fühlen
und wühlen
in den Laken
bis mein Sehnen
ruht

GEDANKENREISE

so viel mehr
als ich dir sage
wenn ich es wage
nichts mehr zu
sagen.
doch dir zu zeigen.
dann tanzt der reigen
von aber und
trotzdem
mit dennoch und feige
verzieht sich der mut
im gebüsch des
bekannten.
mehr als das
was ich jetzt gebe
kann ich nicht.
es
ist das meiste
und wirklich ich.
von herzen
mit schmerzen
ein
wenig
garnicht.
nein.
das meiste
im geiste
und herzen.
gelacht und gelitten.
geweint und gestritten.
geliebt und geleibt.
mal sehen
was bleibt.
so viel wie wir wollen.
denn aus dem
vollen
leben wird uns gegeben.
jeden tag immer wieder.
aufs neue.
aufs neue.
mit zartheit und wärme
manchmal mit schrecken
und
vielen ecken.
obwohl.
so warme hände
erkunden gelände
auf meinem
rücken.
wie könnte ich da
zögern im geben.
zaudern im schenken.
es schwindend bedenken.
im nichts.
so wie du liegst
und mit mir
fliegst
wird die reise
eine lange.
an deiner wange
ruht meine
stirn
ganz kühl und weich
getragen und leicht.
wollen wir wagen.
wirklich.
ja.

EINFACH

Ich bin zutiefst davon überzeugt,
dass alle richtigen Dinge EINFACH sind.
Selbstverständlich und subtil.

GEHEIMES HERZ

Gespiegelter Mond in stillen Gewässern zeigt den Weg.
Weltseele spiegelt sich im winzigsten Atom,
doch sie erreicht nicht alle Herzen,
solange die Lehre des Auges die Lehre des Herzens dominiert.

Unwissenheit im geschlossenen, luftleeren Raum
fängt die Seele gleich einem Vogel.
Kein Gesang, kein Flügelschlag.
Stummer, starrer Sänger stirb vor Entkräftung.

Unwissenheit ist besser als Scheinwissen,
das nicht von Seelenweisheit
erleuchtet und geführt wird.

Weisheitssamen gedeiht nicht im luftleeren Raum.
Das Gemüt braucht zum Leben und Erfahrung sammeln
Weite, Tiefe und Stützpunkte.

Der ewige Mensch in dir lebt im Unpersönlichen
fernab von den Sinnen des Schreins der Empfindungen.
Körperlos, ohne Täuschung.

Hingebungsvolle meiden täuschendes Lob.
Dein Selbst wird nicht durch Lob und Tadel berührt.
Hochmütige Narren bewohnen Glückwunschtürme.

Die Lehre des Auges ist für die Menge.
Die Lehre des Herzens finden nur wenige.
Große Sichter sind selten.

GESPROCHEN

gesprochen
gelauscht
unterbrochen
gemahnt
gesagt
gehört
verstanden
gefreut
geliebt
gestärkt
vertrauen

LIEBE

Aus einer Diskussion über: Was ist Liebe? Ich kenne Eros, Agape, Philia. Ich kann keinen Bereich ausschließen. Beziehung bezieht sich auf alle Bereiche des menschlichen Zusammenseins.
Partnerschaftliches Zusammensein ohne Liebe? Das geht nicht. Lieblosigkeit und liebloses Verhalten in Beziehung sind für mich die größten Strafen, Enttäuschungen, Frustrationen. Nicht Streit, nicht Auseinandersetzung, nicht Ärger. Lieblosigkeit. Schlimm.

Was ist diese Liebe, ohne die ich nicht leben will, in einer Partnerschaft?
Dieses Gefühl irgendwo in meiner Mitte,
Wechselnd, ändernd, lebend zwischen zartwarm und glühheiß.
Es braucht keine Anwesenheit, es braucht keine Bestätigung.
Zuversicht, Vertrauen, Lebensperspektiven schenkt es mir.
Ein Miteinander, kein Gegeneinander.
Ein Gemeinsames, neben zwei Einzelnen.
Wesentlich mehr als die Addition.

Liebe kann ich sehr genau in Empfindung, Gefühl und Haltung unterscheiden.
Liebesempfindung ist wirklich sinnlich, sexuell, ist Attraktion und Sehnsucht.
Liebesgefühle habe ich einigen Menschen, Freunden, meiner Heimat und auch meinem Hund gegenüber (Ja!!).
Liebe als Haltung ist mein Wunsch und Wille, anderen gegenüber mit Achtung und Respekt zu begegnen.

ABER bzw UND:

Was geschieht, wenn ich ein Kind, um einen Stuhl bitte, dieses Kind aber
- das Bedürfnis sitzen zu wollen nicht kennt
- die Erleichterung, sich hingesetzt zu haben nie erfahren hat und/oder gar
- das Wort für ein Sitzgerät nicht kennt?

Wird dieses Kind seinen Wunsch nach Sitzenwollen ausdrücken können?
Wird es einem sitzbedürftigen Menschen einen Stuhl anbieten können?
Wird es seinen Kindern Sitzgelegenheiten vorstellen können?

Nein. So ist es mit der Liebe auch.

Um lieben zu können, muss man Liebe kennen lernen.
Wie geht das ohne Selbstliebe?
Schwer, sehr schwer.

Wenn ein Mensch überzeugt ist, liebenswert zu sein, dann fühlt er sich auch angenommen und geliebt. Wenn er sich selbst respektiert, dann fühlt er sich von anderen respektiert und kann seinen Respekt vor ihnen behalten, auch wenn sie respektlos zu ihm sind. Wenn er sich selbst annimmt und in Frieden mit sich lebt, dann können ihn auch andere annehmen und lieben...........

OUTDOOR

Kaffeesatz geschüttet
ins feuchtalte Laub.
Farben verschwimmen.
Modernder Matsch.
Geträumt:
Kaffeeduft.
Blühende Bäume.
Es
wird Zeit,
dass es Frühling wird.

LASS SEIN

was geschieht
will geschehen
nicht wissen
nicht ahnen
kann besser
sein als
wissen und ahnen
denn dann bräuchten wir
keinen
Glauben mehr

MEMORIAM

Erinnnern und verscheiden.
Verabschieden und bewahren.
Achten und lieben.
All das und mehr
verbindet unsere
Seelen.
Wir fühlten und dachten.
Wir wagten und spielten.
Wir nahmen und gaben.
Ich dir mich.
Du mir dich.
Wir einander.
Gemeinsam gehen.
Jeder sein eigenes.
Leben leben.
Ohne einander.
Verbunden im Sein.
Verloren in Tagen.
Worte verhallen.
Gedanken wehen.
Zu mir und zu dir.
Von uns.
Kein Sehen.
Kein Hören.
Kein Fühlen.
Notwendig.
Denn Not ist nicht.
Da.
Da bist du.
Hier bin ich.
In Jahren vielleicht
oder nie wieder.
Unwichtig für uns.

ABWEICHLER

Warum eigentlich werden Menschen, die "das Richtige" tun, so oft abgelehnt. Psychologen haben untersucht, warum wir Abweichler ablehnen. Einer der Gründe: Ihr Verhalten würdigt alle anderen herab. Ich frag mich: Warum muss es den einen ärgern, wenn der andere es besser macht. Anstatt: Vorbild als Muster zu nutzen, und sich all das, was funktioniert abzuschauen?

Nur mal als Fragenantwort in den Raum gestellt:
Vielleicht weil alle das Richtige tun wollen, aber entweder
- nicht wissen, was das Richtige ist
- sich nicht trauen, das Richtige anzupacken
- zu bequem sind und allen das Nichtbequemsein neiden, die es nicht sind
- wissen und wollen, aber das Wie nicht kennen
- das Wie kennen, aber..... Umstände, die anderen......
- tbc.

Hat sich denn eigentlich jemals jemand wirklich damit beliebt gemacht, wenn er "besser, schneller, erfolgreicher.... "war als "die Anderen"?

MONDSCHEINSCHATTEN

Eben lief ich durch den Wald zum Fischteich.
Der lag dick zugefroren und mit
Puderzuckerschnee bedeckt in der Nacht.
Mondschein. Sehr klar und hell.
Unsere Schatten waren lang.
In dieser zauberhaften Schönheit,
war die klirrende Kälte vergessen.

HANDLUNGEN

Es gibt kein Gut und kein Böse.
Es gibt kein Dein und Mein.
Es gibt keine Liebe und keinen Hass.
Aber deine Handlungen verändern die Welt.

PREISE

Wenn das Veränderliche
dem Dauernden geopfert wird,
ist der Preis dein.
Der Tropfen kehrt dahin zurück,
woher er kam.

UNGEKÜSST

Der Kuss,
den du mir nicht gabst,
schwebt auf deinen Lippen.
In deinen Mundwinkeln
klebt die Sehnsucht nach
Berührung und Nähe.
Dein Atem lockt.
Der Kuss,
den du mir nicht gabst,
schmeckt bitter
in meinem Mund.
Der Kuss,
den ich dir nicht gab,
um dich zu führen,
raunt mir ins Ohr.
Schnell, ich kann
ihn haben,
den Kuss.
Zum Küssen
treffen sich unsere
Seelen und ignorieren,
was unsere Ängste
verbieten.

HERRSCHER

Wenn du gegenüber der Wahrnehmung
gleichgültig geworden bist,
finde den Herrscher der Sinne,
die Gedanken und Illusionen erschaffen.

GEHACKT

es strömen die worte aus mir und wollen nicht mehr gehackt werden durch satzzeichen und absätze in sinn und wert und wollen und zeigen sie sind einfach nur da und fliessen einen strom von bildern deren beschreibung mir zerfällt wie krümelnder marmorkuchen zwischen meinen zartfingern so wie sätze nicht mehr in mir sein wollen mit ihren konstrukten und haltungen so wollen auch keine formen mehr in mir sein ohne mich mitzunehmen in meinem empfinden empfinden was für ein wort finden ist dabei und es strömt das finden und will keine buchstaben um sein zu können deshalb so auch wenn es schwer fällt mir und dir danke fürs lesen bis hierher

GENIUS LOCI

Im Licht des Ortes,
transparent eingefangen,
stehen Bäume und
streicheln mit ihren Wipfeln
über deine Oberfläche.
Besessen vom diesem Licht
atme ich deine Geschichte ein.
Im Ausatmen schweben meine Moleküle
und werfen Schatten im Licht über dich, See.
Mich trifft hier dein Spiegellicht
und lässt mich glänzen im Kalt.
Gefangen in der Form
fuoreszieren Zellen
wie Glühwürmchen
auf dem Steg, dort.
Über dem Wasserspiegel.

SEINE

leise schleichend das Rückgrat hoch
steigt sie hart dem Kopf entgegen
bettet sich im steifen Nacken
windet sich um den Hals
schnürt die Kehle kalt
ein tiefer Atemzug
vertreibt den Spuk
denn sie erkennt
es ist seine
einsamkeit
die sie
spürt

OLIVENÖL

Samtig auf Haut,
cremig im Haar,
weich auf der Zunge,
sanft im Bad.
Geschenkter
Sommersonnenschein
im Herbst.
Südliche Sonnen
scheinen mir
hier.

KALT

Ich liege auf der Wiese
in der schwachen Sonne.
Kalt ist es, und
ich frag mich,
was dich atmet,
wem du traust.
Leg dich zu mir und sag,
an was du glaubst.
Sieh den Himmel.
Über uns das All.
Träume leise,
in wundersamer Weise,
weiter von dir.

VORWÄRTS

Vorwärts,
ohne Absicht.
mit Rücksicht,
ohne Weitsicht,
mit Klarsicht.
Ziellos.
Haltlos.
Sanfte Bewegung.
Leiser Gang.
Stille Schritte.
Haltung.
Wahrung.
Vorwärts.

KENNST DU DAS?

Gelähmt zu sein?
Innen wie aussen?
Keine Bewegung mehr?
Stillstand.
Abwarten.
Innehalten.
Ersehnen und Befürchten.
Gleichzeitig.
Dem Impuls zu Handeln widerstehen.
Dem Willen zum Ändern die Stirn zu bieten.
Loslassen.
Geschehen lassen.
In Langsamkeit.
Willenlos.
Absichtslos.
Vertrauend?
Fällt schwer.
Lernen.

GNADE

Als tiefe Gnade empfinde ich es,
verzeihen zu können,
lieben zu können,
und auch vergessen zu können.
Wie wäre mein Leben,
wenn ich immer noch aufrechnete und haderte?
Was für ein Geschenk ist es,
auch neue Haltungen sehen zu können.
Wie unendlich groß ist die Entwicklungsfähigkeit eines Menschen,
- jahrzehntelang.
Wo käme ich hin, wenn ich an mich an "früher" festhielte?
Soll ich Ereignisse und Menschen nach "früheren" Kriterien beurteilen?
Ich selbst käme schlecht weg dabei.
So wie ich vor 20 oder 30 Jahren war,
mit mir selbst und mit anderen,
bin ich nicht mehr.
Und will auch nicht mehr so sein.
Ich lebe gerne heute.
Und ich sehe die Menschen,
wie sie heute sind,
nicht wie vor 20 oder 30 Jahren.
Heute lebe ich.
Genau
jetzt.

KEHLE

Die Kehle so eng,
das Herz so weit,
da ist kein Raum
für Verlorenheit.
Gefunden jedoch,
heilend sogar,
kommen beide dem
Innen ganz nah.
Stimmen entweichen,
noch sind sie kühl
doch vibrieren sie schon
im tiefen Gefühl.
Ohren sind offen,
das Wort bereit,
gehört zu werden.

AUSEINANDERSETZUNG

Es gibt keine Auseinandersetzung, die härter ist, als die mit uns selbst. Wenn wir uns mit Menschen auseinander setzen, die uns nah sind, dann ist es, wie eine Auseinandersetzung mit uns selbst. Wenn wir uns ähnlich sind, werden wir nah. Können wir uns selbst irgendwo besser und wahrhaftiger sehen, als im Blick in die Augen eines nahen Menschen? Ich wünsche dir geschenkte Menschen, die dich sehen lassen in ihnen. Dich selbst.

DA

Da! Es kommt und bewegt mich und ich geh voran oder bleibe kurz stehn und gehe in mich und dann still weiter. Es ist die rechte Zeit, die mir Schwung verleiht und Kraft und Mut und Zuversicht. Was stört, hat keine Macht. Was hindern will, keine Wirkung. Das, was mich still stehen lässt, bewegt mich zutiefst. In dieser neuen Tiefe liegt mehr Änderungsbewegung, als in aller Zielorientierung und Strebigkeit in Jahrzehnten zuvor. In der Stille geh ich. Im Schweigen werde ich. Im Warten gestatte ich. Im Stehen gehe ich.

Ich nehme an.

GEBEN

Sieh mich an.
Schau was ich habe.
Fühl was ich trage.
Zu dir.
Gern geb ich dir.
Recht viel von mir.
Erschreck nicht, wenn ich's
dir reiche.
Vor allem versuch nicht das Gleiche.
Zu schenken.
Behalt
dein Wort.
und fass dein Herz.

OXALÁ

Oxalá
immer wieder
Oxalá
auch trotzdem
Oxalá
und deswegen
Oxalá

ONLINE

Kannst du ohne Google suchen und finden?
Kannst du ohne Wikipedia analysieren und denken?
Kannst du ohne Xing Menschen ansprechen und treffen?
Kannst du ohne Friendscout flirten mit einem Wunschpartner?
Kannst du ohne Emails Freundschaften aufrechterhalten?

Kennst du die Fantasien deines Kindes?
Kennst du das Leben deines Nachbarn?
Kennst du die Interessen deines Kollegen?
Kennst du die Sorgen deines besten Freundes?
Kennst du die Altersgedanken deiner Eltern?

LEICHT II

Leicht ist manches
wovon du meinst
es sei schwer.
Den Unterschied macht
die Entscheidung.
Nicht mehr.

LIEBESERKLÄRUNG

Dich mag ich halten.
Dir mag ich hören.
Dein mag ich sein.

Dich mag ich fühlen.
Dir mag ich schenken.
Dein mag ich sein.

Dich mag ich lieben.
Dir mag ich leben.
Dein mag ich sein.

MORGENS

Nach langem Schweigen
kommen sie zu einander.
Nach langem Zögern
zeigen sie sich einander.
Nach langem Sehnen
wagen sie miteinander.
Nach langem Schauen
finden sie zu einander.
Sprechend.
Leibend.
Liebend.

LEICHT

Leicht ist manches
wovon du nicht weisst
wie sehr.
Federleicht.
Kaum zu wiegen.
Dennoch spürbar.

EINGEKÄFIGT

Glaubst du wirklich,
nach Jahren des Gekäfigtseins,
golden oder irdisch,
innerhalb weniger Monate
die Freiheit schätzen zu können?
Freisein muss gelernt werden.

HONIGREICH

Bienen machen fleissig Beute
Im klebrigen Honigbunt
Nippen emsig an den Blumen
Farben tun den Sommer kund

UMSCHICHTUNG

Umschichtung:
von unten nach oben,
von rechts nach links,
von bäuchlinks nach rückrechts
von hinten nach vorne.
Das wäre geradezu einfach.

Schichten gänzlich entfernen aber
bis mehr und mehr Nacktes
entblättert sich präsentiert
ist Wandlung.
Nackt, sehr nackt
(gibt es ein Sehr darin, nackt zu sein?)
dazustehen und zu fühlen wie es ist,
ohne Kleid und Maske
macht sehr entblößt.
Bar jeder Hüllen werde ich
erkannt.

WENN

Wenn ich tief in mich ginge und dich dabei draussen liesse,
- wäre das Vereinsamen?
Wenn ich dich mitnähme und verinnerlichte,
- wäre das Vereinnahmen?
Wenn ich dich losliesse und freigäbe,
- wäre das Verlassen?

KÖNNEN

Grad jetzt kann ich nicht.
Obwohl ich wollen würde,
wenn ich könnte, wie ich will.

LAUTE

Saiten einer Laute
lassen Seelentöne widerklingen.
Resonanzbogen Menschheit.
Spielende Hand ist klangvoller Atem
der großen Weltseele.
Harmonielos schwingende Saiten
reissen.

STIMME

Sing.
Sing laut!
Sing lauter!!
Sing noch lauter!!!
LAUTER.
Körper als Resonanzkörper.
Sing dich tief in deine Stimme.
Alles vibriert, schütternd,
bis in die Fingerspitzen.
Aus dir und in dir.
Fein, mild.
Kraftvoll, wild.
So bist du.

BRENNEN

Gebranntes riecht anders,
es sieht verändert aus,
es hat eine andere Form,
sein Geschmack ist streng,
sein Anblick leblos.
Wie kannst du nur von
brennender Liebe denken?

HEUTE

Heute fühle ich den nahenden Herbst.
Erntezeit.

WASFÜREINER

ein schmelzender.
ein feuchter.
ein zarter.
ein inniger.
ein schmeckender.
ein verlangender.
ein weicher.
ein lockender.
ein tiefer.
ein geneigter.
ein liebender.

WAGNIS

Aufgangen bist du in dir.
Leises Zittern erinnert
dich an dich.
Nichts vergessen, doch vernarbt.
Wunden liegen an deinem Gesicht
und krümmen sich
weh in deinem Dasein.
Lerne wagen.

JUBEL

Gejubelter Jubel schallt hinaus.
Wellend und wallend, unwiderrufbar.
Verbergen unmöglich. Jubel. Jubel.
Er ist verjubelt, weit hinaus.
Jubilieren aus mir.
Es ist möglich.
Gejubeltes Glück.

KIRCHPLATZ

Körper gehen.
Seelen gehen.
Was bleibt ist Zeit
und Vergangenheit.
Alte Geschichten
sind mitnichten
vergessen.
Nein:
Hier darf das Leben
über den Zeiten schweben.

MÄDCHEN

Willkommen du Kleine, Feine, Du!
Sei da, fühl dich wohl. Sei einfach nur du.
Komm und geh wie du magst.
Nimm dir dein Raum, den du brauchst.
Und die Ruhe, die dir gut tut.

LIEBE

Die Liebe.
Sie ist.
Einfach nur so.
Überall.
In dir.
Drumrum.
Nicht getrennt.
Von irgendwas.
Nicht Mann.
Nicht Frau.
Sie ist kein Gefühl.
Sie ist kein Gedanke.
Sie ist ein Atmen.
Sie ist ein Fliessen.
Sie ist ein winzigster Schmerz
im Herz (bei mir).
Sie ist die Expansion.
Sie ist Wehen.
Sie ist Sehnen
Sie ist Hafen.
Sie ist Nest.
Sie ist Vertrauen.
Ins Leben.
In mich.
In dich.
In ihn.
In es.
Die Liebe.
Sie ist.
Da.

NACHTGEDANKEN

Menschen schleichen durch die Regenwälder ihrer Baumwipfelgefühle und blicken dabei auf den Boden, um nicht über ihre Wurzeln zu stolpern. Sie fühlen das Daoben. Sie ersehnen das Erklimmen. Sie wollen Früchte ernten, die von Sonnen gewärmt sind. Dabei suhlen sie sich im Moder des Laubhumus. Sie achten auf ihre Füße, anstatt dem Impuls zu trauen nach den Früchten zu greifen. Ja, Klettern ist schwer. Es ist anstrengend. Gefährlich vielleicht sogar. Aber da oben scheint die Sonne, während unten der Tag im Schatten liegt. Die Natur braucht beides: Chlorophyll und Humus. Das eine entsteht nur mit dem anderen......

Nachtgedankliche Momentaufnahme, - nicht zuende gedacht.

ÄPPLER

Lächelnde Wespen schweben
betrunken im Gerippten.
Kichernd und kreisend
begehren sie Zuwendung.
Tanzende Stachel
picksen nur zärtlich.

TWO CENTS

Zwei messerscharf geschliffene
Münzen schlitzen Wunden in dein Herz.

Schneidende Stimme bohrt und ritzt,
bis Schweigen dein einziger Rückzug ist.
Doch es tönt in dir nach,
unentwegt.

Hände, schützend vor der Wut,
halten das tropfende Blut,
schützen das Herz mit hartem Halt,
nur, - so wird es auch wieder kalt.

Dein Herz will frei schlagen.
Dein Mund alles sagen.
Gefühle verschenken.
Gedanken versenken.

Heftplaster kleben die Fetzen
aneinander, doch das Verletzen
wird Narben bewirken,
die nachhaltig zirpen.
Wenn Münzen klimpern.

SCHAMLOS


Schamlos
Hemmungslos
Haltlos
Anstandslos
Vorsichtslos
Trotzdem!
Leichtsinnig
Freisinnig
Widersinnig
Trotzdem!
Sinnvoll
Sinnlich
Sinngleich
Deshalb!
Hemmungslos
Grenzenlos
Schamlos
Genussvolle Schamfreiheit!

WIND

Wind, Sturm, Böen
fegen durch das Haus
wehen Staub und Weben
in die Nacht hinaus.
Was bleibt ist rein
und noch ganz fein.
Sommernachtstraum.

EXISTENZ

Du glaubst fest daran,
dass ich nicht existiere?
Doch, das tue ich.
Mit allem,
was das Menschliche
ausmacht.

Schwarz-weiß
Hell-dunkel
Sonne-Mond
Licht-Schatten
Freude-Leid
.... - ....

In all dem existiere
Ich.
Ebenso wie
Du.

BERGE

Berge besteigen.
Berge erfahren.
Und damit dich.
Was, wenn du oben ankommst?
Hast du dann den Überblick?
Vielleicht einen Einblick?
Worin?
Wenn du zuhause bleibst,
siehst du dann nicht
vielleicht mehr
von dir?

HIN

"Hin", - überlegt sie.....
Ist das von etwas weg?
Zu etwas hin?
Wohin?
Von woher?
Von wemher?
Von ihrher etwa?
Geben. Schenken.
Was? Sich? Wem?
Hingabe.
Wieder die gleichen Fragen.
Antworten summend
gibt sie sich.
Hin.

PLATZEN

Und dann platzt es in dir erstmals,
wie leuchtender Forellenkaviar,
gewärmt von Kartoffelbrei mit Muskatbutter,
sanft ploppend an deinem Gaumen.

Und du bist:
Neu.
Anders.
Unbekannt.
Verwirrt.
Ratlos.
Hilflos.
Neugierig.
Zögernd.
Freudig.

Doch du willst mehr davon.
Weil es dich weckt, auch wenn es schreckt.
Ganz im Innern, willst du schmecken.
Dich.
Und um dich herum.
Das ... Was?
Leben.

ERLAUBEN

manchmal muss ich mir erst erlauben
was erlaubt werden will
weil es leis anklopft und nachfragt
ob es sein darf
dann frag ich mich
antworte mir und ... dem ...
zaghaft nur und erst:
Vielleicht?

LIEBE

Liebe gibt es,
und nicht nur
Hoffnung darauf.

RÄUME

Er kam, war er, blieb er.
Sprechend, schreibend, schweigend.
Labend, liebend, leibend.
Innen, ganz innen, schrieb er ruhig
weise Codeworte an die Wände
ihrer Gefühlsräume.
Zauberhafte Wortbilder.
Dann ging er wieder und
nahm neue Buchstaben mit.

SOMMERMORGEN

Rot und weiss
liegen sie im Heiss
der gleissenden Sonne
Dampfen dicht
unterm Gewicht
der lieblichen Wonne
Sommermorgenliebe

SONNENMONAT

Unter einer Weide
ganz ohne Kleide
Sommersprossenzuchten

UMARMUNG

Deine liebevolle Umarmung
ist meine
schönste Bekleidung.

VERGESSEN

Er hat vergessen
sich daran zu erinnern
zu vergessen.
Er hat vergessen
sich daran zu erinnern
zu vergeben.
Er hat vergessen
sich daran zu erinnern
zu vergessen.

VERLIEBTHEIT - LIEBE

Verliebtheit unterscheidet sich von Liebe dadurch, dass wir in Liebe nebeneinander stehen und in eine gemeinsame Richtung schreiten. Wir schauen auf das gleiche Ziel und nicht nur einander verliebt an. Manchmal stehen wir auch hintereinander, abwechselnd stützend, immer den, der es gerade braucht.

Verliebtheit ist Rausch, Droge, Sucht, Sehnsucht.
Liebe ist Wärme, Vertrauen, Hingabe, Freiheit.
Verliebtheit ist Sehnen, Wollen, Besitzen.
Liebe ist Geben, Schenken, Befreien.
Verliebheit ist Kurz.
Liebe ist Lang.
Verliebtheit ist Weh.
Liebe ist Heil.
Verliebtheit ist Spiel.
Liebe ist Kunst.
Verliebheit, sie Geht.
Liebe, sie Bleibt.
Und Bleibt.
Und Bleibt.
Und Bleibt.
Sie Ist.
Solange man sie Pflegt.
Solange man sie Ehrt.

SOMMERFREUDE

Samtrote Beeren vorwitzig wagen
Strahlenschwingen
Gefeierter Frühsommerabend

ÜBERMUT

Springt Wahn ohne Sinn
gemein in die Bresche,
macht Un sich breit,
kein Über.
Keine Frage von Zuviel,
eher Frage von Sinn.
Übermut tut gut.
Unmut nicht.

ANTWORTEN

Alle Antworten liegen in dir.
Immer.
Du weisst mehr,
als du in diesem Leben
gehört oder gesehen hast.

VERSTAND

Feine Sache,
der Verstand.
Warum wird er
eigentlich so oft
verunglimpft?
Feine Sachen
kann man
mit ihm machen.
Wozu also abschalten
und loslassen und
dann noch
ABGEBEN?

GRÜNWÜSTE

hemmungslose Gelüste
in der kalten Wüste
lassen Grüngräser sprießen
woneben Gewässer fliessen
kindlicher Leichtsinn
treibt wüsten Unsinn
neben dem Leichten
geschieht das Beichten
und fühlt sich gut

OBST


Weißleuchtendes Rundobst.
Du angelst es
mit deiner Leiter
von meinem Himmel.
Deine duftenden Hände
vergraben es im Magma.
Dort atmet es Leben
durch die Dunkelheit.
Es schreit nach
Hunger und Durst.
Es verströmt reife
Düfte im All.
Verströmte Feuerwellen
erkalten nur nach und nach.

ÜBERWINDUNG

Sich selbst und das Selbst zu überwinden, - wie soll und kann das gehen, wenn ich mir selbst im Wege stehe? Mir selbst dem Selbst? Eine Tautologie? Oder ein Oxymoron? Das erinnert mich an ein atmendes Oxymoron, das mir einmal begegnet ist. So dachte ich damals. Doch heute sehe ich, dass die Widersprüchlichkeit in mir selbst lag, jetzt, wo sie sich wiederholt. Braucht es zur Überwindung ein genaues Wissen, was zu überwinden ist, oder einfach nur Warten, Schauen, Achtsamkeit mit sich selbst (schon wieder) und dem anderen?

SYNCHRON

gleichzeitig das gleiche wort
gedacht und geschrieben und
dabei offenbar das selbe gefühl

gleichzeitig einander lesen mit
einer gleichen intensität und
dadurch anscheinend das selbe gefühl

gleichzeitig eingelegte pausen
um nicht aufzuhören und zu steigern
ganz intensiv das selbe gefühl

gleichzeitig geträumt und gewacht
einander gedacht und erinnert und
dabei offenbar das selbe gefühl

ü
bereinstimmung
zeitlich und auch
schwinglich
schweiglich
schwelglich

HOMMAGE

Leben spricht mit dir.
Fortwährend - Gewährend.
Keine Vergangenheit,
Das Jetzt und die Zukunft zählt.
Leise Träume. Lautes Begehren.
Das bist du.

Wie schön du bist, - innen und außen.

In deiner Ruhe liegt deine Kraft.
Dir. Dir allein.
Keinem andren.
Schmück dich.
Empfang dich.
Segne dich.
Hör dich singen.
Schenke Worte.
Webe Zeilen.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Duldest stumm.
Begehrst laut.
Gewährst großzügig.
Rührst tanzend.
Verstörst sanft wagend.
Provozierst direkt fragend.
Das bist du.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Deine Seelenflügel breiten sich aus.
Deine Schwingen fliegen, zügellos.
Weit, so weit.
Weiter als der Spann des Möglichen.
Freier als das Dunkel, schwebend ins Licht.
Groß werdend. Das bist du.
Stark.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Bringst Licht ins Dunkel.
Engel und Madonnen ruhen sich in deiner Hand.
Aus.
Gleiten.
Monde scheinen in dir, aus dir.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Geh, geh!
Nicht: Komm!
Los, lauf, endlich. Los.
Erlebe, wie die Sterne glühn.
Trete hinüber, in die Welt hinein.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Poche, dein Herz.
Singe, dein Lied.
Lebe, dein Leben.
Stülpe, die Ringe.
Kreise, um Gott.
Kreise,
und werde.
Du!
Du bist, - so leide.
Fürchte dich nicht.
Werde laut.
Du bist so stark.

Wie schön du bist, - innen und außen.

Weißt du, was dein Leben will?
Verstehst du, wo es landen will?
Hast du es verstanden?
Was an deiner Seele landet, strandet?
Strandgut?
Du sinkst und sinkst.
Zu den Tiefen des Ozeans.
Weg von den Menschen.
Hin zu Dir allein in der Grüne des Meeres.
Unbeschwert.
Schwerelos.
Fallen.
So unendlich stark in diesem Fallenlassen.

Wie schön du bist.
Überall.
Innen
und außen.

BINDFÄDEN

Bindfädenregen bröselt durch
Baumdächer
füllt Gelbblütenstaubpfützen

SCHIFFE AM SEE

Dümpeln umeinander
Kreuzen sich
Kommen sich nah
Entfernen sich
Zwei Segel gehisst
Ein Motor stampft
Wenden an Bojen
Suchen den Kurs
Nehmen Fahrt auf
Weichen sich aus
Steife Brise
Folgen einander
Sanfte Flaute
Werfen den Anker
Buchteln gemeinsam
Des Nachts bis am Morgen
Die Glocken läuten
Im Tage geborgen

ANKOMMEN

Ich: Bin.
Du: Gehst.
Es: Schaut.
Wir: Warten.
Ihr: Erkennt.
Sie: Wissen.
Alle: Lachen.

HEISSBLÜTIGKEIT

Heißblütigkeit ist wie eine lodernde Flamme oder ein Strohfeuer, das sehr heiß ist und schnell vergeht. Sinnlichkeit ist wie ein Schwelfeuer, sie hält lange an, wärmt, nährt. Ist immer da, egal was man tut, erlebt, mit wem man zusammen ist, sich begeistert. Sex ist nur ein kleines Element der Sinnlichkeit. Diese aber ist überall. In der Natur, im Schlaf, im Essen, in der Musik, im Wind und im Wasser, im Riechen und Schmecken, - ja wirklich überall.

WORTLOS

reiner Gedanke
tiefes Gefühl
warmer Herzschlag
dankbarer Blick
wahres Selbst

BERÜHRUNG

miteinander
aneinander

haut auf haut
haut an haut

unaufgeregt erregt
vertrautes fühlen
unbekanntes erleben
sanftes erspüren
einander schenken
einander gedenken

ohne berührung
einander fühlen
ohne berührung
einander beglücken
ohne berührung
gemeinsam entrücken
ohne berührung
einander erleben
ohne berührung
gemeinsam schweben
ohne berührung
zusammen erbeben
ohne berührung
einander berühren

PHAIDROS

Platon beschreibt dem jungen Phaidros die Seelenverwandtschaft als eine Beziehung zwischen zwei Menschen, die ähnlich empfinden und denken. Sie ist eine Quelle für Liebe, Freundschaft und Empfindung.

Seelen lebten einmal unter den Göttern. Die Seelen lebten dort solange bis sie ihre Federn verloren und dabei auf die Erde stürzen. In den Körpern eingeschlossen haben sie keine Ahnung mehr von ihrem früheren Leben und existieren ohne Erinnerung - bis sie in die Augen eines Anderen blicken, das Schöne erblicken:

Durchwärmt wird der Liebende, indem er durch die Augen den Zufluss der Schönheit aufnimmt, durch welchen seine gefiederte Seele gleichsam begossen wird. Ist er nun durchwärmt, so schmilzt um die Keime des Gefieders hinweg, was schon seit langem sie verschloss und sie hinderte hervorzutreiben. Denn dass er wie in einem Spiegel in dem Liebenden sich selber beschaut, weiß er nicht und wenn jener nun gegenwärtig ist, so hat auch er gleichsam jene Befreiung von den unerträglichen Schmerzen.

"Die Kraft des Gefieders besteht darin, das Schwere emporheben hinaufzuführen, wo das Geschlecht der Götter wohnt. Auch teilt es vorzüglich der Seele mit von dem, was des göttlichen Leibes ist. Das Göttliche nämlich ist das Schöne, Weise, Gute und was dem ähnlich ist. Hiervon also nährt sich und wächst vornehmlich das Gefieder der Seele."

(Platon, Phaidros)
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Platon/Phaidros

ZUVIEL

Manchmal ist zuviel einfach nur zuviel.

GEH

Geh, - wohin du gehen musst.
Tue, - was du tun musst.
Sei, - wie du sein willst und sein musst.
Liebe, - so wie es dir bestimmt ist.
Gebe, - nur was du leicht geben kannst.
Nimm, - nur was du leicht annehmen kannst.
Gestatte, - dir du selbst zu sein.
Lebe, - nur dich, dir treu allein.
Löse ,- dich von Hoffnungen.
Wehre, - dich gegen Erwartungen.
Geh deinen Weg.
Allein oder gemeinsam.
Immer: Treu dir selbst!

SCHLENDERN

durch
die welt
mit ihren aufregungen
und bremsen
den erschütterungen
und ankünften
alles sind brücken
von hier
nach dort
möglichkeiten
die man
ich
du
annehmen können
oder
auch nicht
schlendre
durch die
welt
achtsam

HEUTE

Vogelsang,
voller Klang
gebiert meinen Morgen
im
Dämmerlicht

Gründüfte,
streifen durch die Lüfte
verwehen alle
Sorgen
in dieser Aussicht

Feuchtgebiete,
netzen mich, denn ich
kniete
ehrfürchtig
vor dem hehren Angesicht

SCHLOSS

schloss ohne schlüssel
adler ohne himmel
bison ohne weide
quell ohne wasser
ebbe ohne flut
mond ohne sonne
tag ohne nacht
lieben ohne leiden
leiden ohne lösen
lösen ohne lieben
gehen ohne kommen
kommen ohne gruss
schlüssel ohne schloss

VERMEIDEN

das
vermeiden
von
wunden
fügt
uns
verletzungen
zu

BOTTLEMESSAGE

Nichts trennt sie, nichts vereint sie.
Dennoch bewegen sie alle Sinne,
ohne die sie nicht sein wollen,
um ein Uns zu erleben.
Fenster zur anderen Welt.
Geahnt durch Flaschenglas.
Sie ist ihm zum Leben gegeben.
Er ist ihr gereicht zu neuem Sehen.
Lass uns gehen?

SCHWÜLE

Klebrige Kniekehlenfeuchte -
Viel zu früh heuer
kommt die Eiszeit.

ÖFFNEN

öffnen
aufmachen
auftun
aufschließen
sprengen
durchdringen
einlassen
hereinlassen
aufhalten
klaffen
aufbrechen
entfalten
entwickeln
aufgehen
erblühen
bersten

REIHENFOLGE

erst taten
dann worte
dann vertrauen
dann schenken

ODER

erst schenken
dann vertrauen
dann worte
dann taten

ODER

erst abwarten
dann zuhören
dann zögern
dann andeutung

ODER

erst trauen
dann leben
dann merken
dann wissen

ODER

erst glauben
dann beweisen
dann erkennen
dann verstehen

ODER

all das zusammen...

DIE GRÜNE

Die Grüne regiert Körper und Seelen.
Die Grüne schafft Leben und Regen.
Die Grüne gebiert wieder und wieder.

Seit Äonen beständig
ohne zu fliehn.
Immer wieder und wieder
einfach nur grün.

ENTTÄUSCHUNG

Aggression ist die letzte Phase der Enttäuschung.

MÜDE

Bis in die Kochen müde
herzlos, steif
Bis unter die Haut
müde
ausgesaugt, leer
Keine Haut, keine Knochen
keine Hülle, kein Gerüst
keine Grenze, keine Haltung
Aber dann:
Ohne Haut und Knochen
bleibt die Basis, der Kern
Aus dem:
Entstehen Fortschritt und Richtung
Alles ist:
Herzschlag und Seele

POLYAMORIE

Mich macht diese Idee nachdenklich.
Denn die Einehe für ein Leben hat ausgedient,
das scheint klar zu sein.
Es gibt so viele Lebensformen,
die für so viele Menschen geeigneter zu sein scheinen.
Vielfalt lebt und explodiert überall.
Also auch hier.
Wohin?

GEWÄHREN

Gewähren lassen
einen anderen
sich selbst
das Schicksal
die Liebe
Gewahr sein dessen was ist
Ohne zu Wollen, zu Halten
Das ist so unendlich schwer

LOSLASSEN

Wenn ich die richtige Sache
(oder anderes) anfasse,
warum sollte ich sie dann loslassen?
Oder das Loslassen lernen (wollen)?

Es gibt keinen Grund lozulassen,
wenn es das RICHTIGE Angefasste ist.

Wenn ich aber meine,
loslassen zu müssen,
habe ich dann das Falsche angefasst?

Wenn das Gefasste weggleitet,
habe dann das Falsche angefasst?

Oder

FALSCH angefasst?

MEHRSAM

ich kenne keine Einsamkeit,
weil ich immer zweisam oder mehrsam bin

mit mir
meine Erinnerungen
meinen Träumen
meinen Wünschen
meinen Werten
meinen Idealen
meinen Geliebten
meinen Plänen
meinen Aufgaben
meinen ....

wie könnte ich da je einsam sein?

ZWIEFÄLTIG

Nicht Zwiespalt, sondern Mehrspalt
Nicht zweisam, sondern mehrsam
Nicht Zwietracht, sondern Niedertracht
Nicht zweierlei, sondern vielerlei
Nicht Zwiesprache, sondern Monolog
Nicht zweideutig, sondern mehrdeutig
Nicht Zwielicht, sondern Dunkel
Nicht zweiseitig, sondern vielseitig

Lebe in der Einsamkeit
Suche keine Eindeutigkeit
Hoffe nicht auf Einfachheit

Jedoch

Das Leben ist einmalig schön in der Vielfalt.

WASSER

Seegeboren
Meergeboren
Wassergeboren

Aus dem Leibeswasser in das Lebenswasser.

Jetzt und ganz und gar Jetzt: Direkt. Keine Nabelschnur, kein Netz, kein doppelter Boden. Keine Rücksicht, keine Vorsicht, keine Nachsicht. Mit sich selbst. Mütterlich und väterlich in einem. Keine Trennung der Chromosomen. Aus dem H2O geschieht direkte Nahrung. Niemand gibt, alles in dir nimmt, und nimmt und nimmt und atmet, und atmet, immer mehr

..... WASSER......

Tief in die Lungen, alle Alveolen sind gefüllt, dicht, voll.
Bläschen in dir.
Blubbern. Perlen, Prickeln.
So unendlich lebendig, genährt, satt.

WEEKEND

Nicht weak.
Nur week.
Nicht end.
Nur begin.

ERSCHÜTTERT

erschüttert
haben mich deine worte
dabei sind sie eine himmelspforte
wenn denn die kraft
erwacht
hindurch zu gehen

ermutigt
sehe ich die möglichkeiten
denkbare wege zu beschreiten
wenn denn das herz
sich fasst
um aufzustehen

erneuert
fühl ich mich wie selten
sehne unermessliche Welten
wenn denn der mut
mich nicht
verlässt zu

TUN

GRÄBEN

Mühsam errichtet als Schutz vor dem Überfall des Lebens.
Sie können zugeschüttet werden.
Oder geflutet mit Wasser.
Oder eine Zugbrücke erhalten.
Oder einen Tarzan an der Liane bewundern.
Oder weiter bestehen.
Weißt du wozu sie entstanden?
Sind sie noch erforderlich?
Oder alt und überflüssig?
Prüfe DICH, nicht die Gräben.

UNERWARTET

Manchmal kann man erst im Nachhinein erkennen, warum etwas und wozu etwas gut war.
Erst die Rückschau macht Erkennen möglich.
Der Planer plant, das Schicksal lacht dazu!
Fehlplanungen sind am Ende oft garkeine.
Sie sind und waren nur ein Weg der Erkenntnis und des Wachstums.
Scheitern als Scheitern zu begreifen ist engstirnig.
Die Botschaft, die im Ereignis enthalten ist, zu entschlüsseln, das ist die Kunst.
Manchmal sind es ganz banale, praktische Dinge, die misslingen oder einfach nur nicht gelingen wollen, wie geplant und gewünscht.
Manchmal reicht schon allein das nicht Gelingen, das beileibe kein Scheitern ist.
Wer sich aber festbeißt an einer Vorstellung, wie etwas zu sein hat oder gestaltet werden muss, der wird die zarten Hinweise des Schicksals so lange übersehen, bis er heftigere Stöße bekommt, so dass er sehen muss.
Aber dann, dann auf einmal, wird alles klar und einsichtig. Diese Einsicht kommt oft unerwartet als Aha daher....

STILLE

dieses rauschende stille
dieses gebrüllte hauchen
dieses hämmernde herz
dieses rasende innehalten
dieses flutende blut

still
still
still

immer weniger
... stillstand ...

luftleere stille
aber
dann
dann

... DANN...
... JA!!!...

HOFFEN

Warten und hoffen ist das Brot der Menschen,
die sich in ihrer Komfortzone eingerichtet haben.
Die anderen erkennen, handeln und führen.


DIKTATUR

Der Diktatur des Qualitariats unterwerfe ich mich gerne.

ALLEIN

Alleinsein.
Erkennen der Verantwortung für sich allein.
Ganz allein.
Niemand anderes da für Schuldzuweisungen.
Nackt.
Ohne Selbstbetrug.
Und zufrieden in diesem Wissen.
Selbst gestaltend zu sein.
SelbstverantWORTlich
Sich selbst DAS / EIN Wort geben.
Versprechen.
Nicht mehr und nicht weniger.
Kein Wankelmut.

HALBHEITEN

Halbheiten halten das Leben auf.
Aus zwei Halbheiten wird nie ein Ganzes.
Halbheiten fressen Lebenszeit.
Wer sich mit Halbheiten zufrieden gibt, lebt nie ganz.
Verzicht auf Halbheiten reduziert Fehlversuche.
Erkennen von Halbheiten hilft bei Abkürzungen.

Halbheiten sind Vampiere.
Halbheiten sind Diebe.
Halbheiten sind Krücken.
Halbheiten sind Angst.
Halbheiten sind Vorsicht.
Halbheiten sind Vergangenheit.
Halbheiten sind..... lauwarm nur.
Schluss mit Halbheiten!

Wenn schon, denn schon.
Hopp oder top.
Entweder oder.
Sein oder nicht sein.
Spiel oder Ernst.
Wahr oder unwahr.
Sprung oder Zögern.

Wer will mehr als Halbes?
Wer will ALLES?

GLÜCK

ist es nicht die liebe die uns glück erfahren lässt und ist es nicht das glück was uns in der liebe schweben lässt was wären wir ohne liebe aber ohne glück geht’s auch ganz gut in der liebe gibt es phasen die glückfrei existieren können einfach so sein ohne highlight ohne große amplitude dafür aber zart satt zufrieden eine sehr kluge frau sagte mal zu mir und sie hat recht am glück ist noch keiner gewachsen ist hart und wahr.

SCHWINGUNG

Klang ist Schwingung.
Farbe ist Schwingung.
Licht ist Schwingung.
Materie ist Schwingung.
Gedanken sind Schwingung.
Gefühle sind Schwingung.
Alles ist Schwingung.

SÄTZE

Einer der meistgehassten Sätze meines Lebens ist.
"Du hast ja Recht".
Steigerbar nur noch mit dem Zusatz:
"Es tut mir Leid".

WARTEN

Mein Warten macht mich nicht einsam.
Es ist meist ein stilles Ruhen,
absichtslos und keineswegs einsam.
Manchmal braucht es einfach die rechte Zeit
für das eine oder andere Ankommen.
Wie schön, Menschen dabei zuzusehen.

manchmal wüste,
manchmal ozean,
mir nie einsam.
kraftspendend
und
voller gewissheit

FRAGEN

Wo gehst du?
Wo stehst du?

Gehst du voran oder steckst du fest?
Gehst du in dich oder aus dir raus?

Bist du gelöst von alten Erfahrungen und lässt neue zu?
Bist du bei dir oder den Schimären der Vergangenheit?
Bist du mutig oder zaudernd?
Bist du beflügelt oder flügellahm?
Bist du ein Potenzial oder eine Substanz?

Kannst du dich neben dich stellen und sehen, was wirkt?
Kannst du nehmen und annehmen, was kommt?

Hörst du auf deinen Verstand oder auf dein Gefühl?
Heilst du (dich) oder willst du (noch) leiden?
Bewältigst du oder tust du dir selbst Gewalt an?
Schaust du zurück oder weit nach vorn?
Ahnst du oder weißt du?
Lässt du los und geschehen, was geschehen will?
Möchtest du rein sein und genießen, was dir geschenkt ist?

Spiegelst und pendelst du im Nirvana?
Spiegelst und pendelst du im Jetzt?

Freust du dich an dem, was du siehst?
Oder siehst du, was du vermisst?
Nimmst du (dich) liebevoll an die Hand?
Oder weist du die ausgesteckte Hand von dir?

Verzeihst du dir?
Beschenkst du dich?
Liebst du dich?
Liebst du dich?
Liebst du dich?

Manchmal kann man Fragen und Antworten nur in sich selbst finden.
Manchmal kann es nützlich sein, gefragt zu werden und zu reflektieren.
Manchmal nützt es gar nichts im eigenen Saft zu schmoren.
Manchmal wollen die Worte und Bilder gelockt werden.
Manchmal darf das Wollen keine Rolle spielen, das Sein umso mehr.
Manchmal gibt es nur ein sehr kleines Fenster, durch das man sehen kann.
Manchmal, manchmal, manchmal, - selten, sehr, sehr selten…..

Antwortest du (dir) oder weichst du den Antworten (weiter) aus?

Du bist ein guter Mensch.
Auch zu dir selbst?
Quäl dich nicht.
Lebe deine Kraft.
Sei.

JETZT!

DATE

SIE

anstrengend
ängstlich
dickköpfig
zu klug
nimmersatt
verschwiegen
liebevoll
souverän
einfühlsam
kindlich
weib
sexy

ER
prüfend
fordernd
provozierend
irritiernd
angespannt
spielend
spielerisch
vorsichtig
selbstbewußt
flirtend
sensibel
mitfühlend

MINDERWERTIG

Ich will keine Menschen um mich haben, die sich anderen und mir gegenüber minder-wertig fühlen. Kleiner, kleiner, schwächer. Die ihren eigenen, ganz persönlichen WERT nicht annehmen und sich selbst mindern im Vergleich. Warum tun sie das dann immer wieder, anstatt zu wachsen? Über sich selbst hinaus, dahin, wie sie gemeint sind und nicht wie sie glauben zu sein.

WURZELN

Ankommen, - nicht in alten Bildern
Anknüpfen, - nicht in der Vergangenheit
Wurzeln, - jedoch nicht die alten
Wiederkunft, - aber nicht zurück
Erneuern, - der Basis
Erkennen, - was blieb
Als Verheißung
Als Vorbereitung
Als Vermächtnis
Für eine neue Zeit.
Aus der Vergangenheit.
In die Zukunft.

MISS...

- verständnis.................
- fallen......................
- trauen......................
- brauch......................
- behagen.....................
- achtung.....................
- deutung.....................
- lingen......................
- gunst.......................
- stimmung....................
- billigung...................
- erfolg......................
- griff.......................
- klang.......................
- glück.......................
- geschick....................
- handlung....................

ERKENNNIS

Schmallippiger Mund.
Weht geständige Dämmerworte.
Tiefdunkle Seelenöde.

ORTLOSE GÖTTER

Ortlose Götter müssen heimatlos sein.
Sonst wären sie irdisch.
Wenn sie Konturen hätten,
Könnten Sie dann ebenso wirken?
Jedoch: Wenn zu viele Ecken und Kanten
Reibung und Grenzen erschaffen,
Wie könnten dann Wesen selbstlos sein?
Wenn Abwehr und Wollen entgegenstehen,
Wie könnten Götter dann schonen?
Sie treten und wecken, sich und dich.
Sie stoßen ins Stumme und stellen Fragen.
Sie locken und täuschen,
Mild und rein.
Die oft gekommenen.
Rücksichtslos sein.

FUSSGESTIK

Schau den Menschen auf die Füße.
Was für Geschichten sie erzählen!
Sie sind am weitesten vom Kopf entfernt.
Werden am wenigsten beachtet.
Obwohl sie tragen.
Ein Leben lang.
Obwohl sie bewegen.
Nicht wie sie aussehen ist wichtig.
Aber wie sie sich anfühlen.
Und was der Mensch damit macht.
Wie stehen die Füße?
Wie gehen sie?
Wohin zeigen sie beim Gehen?
Welchen Raum nehmen sie?
Wie sind sie in Ruhe?
Können sie überhaupt ruhen?
Sind sie starke Fundamente?
Oder klein und zart?
Sind sie gepflegt oder vergessen?
Wie werden sie bekleidet?
Wie werden sie gequält?
Können sie nackt sein?
Barfüßig, barhäuptig, barseelig
Harte Sohlen
Dickes Fell
Zarte Zehen
Gerade Richtung
Durcheinander
Viel gelebt
Lebendig
Stumm
Warm
Kalt
Fußgestik
Fußlebig
Fußwahrheit